Italien verabschiedet Olympia mit farbenfroher Show in historischer Arena von Verona
Olympia-Abschied in Verona: Italien feiert magische Winterspiele

Italien verabschiedet Olympia mit farbenfroher Show in historischer Arena

Mit einer farbenfrohen und spektakulären Abschlusszeremonie in der fast 2000 Jahre alten Arena von Verona sind die 25. Olympischen Winterspiele zu Ende gegangen. Nach 16 Tagen voller Spannung auf Schnee und Eis standen die Athletinnen und Athleten ein letztes Mal im Mittelpunkt, bevor um 22.41 Uhr das olympische Feuer erlosch.

„Wahrhaft magische“ Spiele mit neuem Standard

Die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, Kirsty Coventry, bezeichnete die Veranstaltung als „wahrhaft, wahrhaft magische“ Spiele. Die ehemalige Schwimm-Olympiasiegerin lobte die Gastgeber ausdrücklich: „Ihr habt Winterspiele der neuen Art veranstaltet und einen neuen Standard für die Zukunft gesetzt.“ Coventry betonte damit die besondere Qualität dieser Olympischen Spiele, die in der Geschichte der Winterspiele einen Meilenstein darstellen.

Deutsche Fahnenträger führen Parade der Nationen an

Bei der traditionellen Parade der Nationen liefen die erfolgreichen Rennrodler und Goldmedaillengewinner Tobias Wendl und Tobias Arlt als deutsche Fahnenträger in das historische Amphitheater ein. Das Duo, das bei seinen letzten Spielen Bronze im Doppelsitzer sowie Gold in der Team-Staffel gewann, harmonierten auch bei dieser ehrenvollen Aufgabe perfekt. Mit insgesamt sieben Gold- und einer Bronzemedaille sind Wendl und Arlt die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken aller Zeiten.

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Erstmals Schlussfeier ohne Wettkampfstätte

Erstmals in der Geschichte der Olympischen Winterspiele fand die Abschlusszeremonie an einem Ort statt, an dem überhaupt keine Wettbewerbe ausgetragen wurden. Weder in den offiziellen Gastgeberstädten Mailand und Cortina d'Ampezzo noch an einem anderen Austragungsort, sondern in der berühmten Arena von Verona, die durch ihre spektakulären Opernaufführungen im Sommer weltbekannt ist.

Die Show begann mit einer Hommage an die italienische Oper: Nach einem Einspielfilm mit dem Titel „A Night at the Opera“ mit Figuren aus berühmten Opern wie „Aida“ und „Rigoletto“ standen diese plötzlich live auf der Bühne. Die farbenfrohe Vorstellung vor mehr als 8.000 Zuschauern wurde in zahlreiche Länder weltweit übertragen.

Medaillenrekorde und letzte Ehrungen

Die letzten Goldmedaillen wurden in der Arena an die schwedische Langläuferin Ebba Andersson und den norwegischen Ski-Star Johannes Hoeslot Klaebo überreicht, die jeweils über 50 Kilometer Langlauf triumphiert hatten. Der 29-jährige Klaebo war mit sechs Olympiasiegen der mit Abstand erfolgreichste Athlet dieser Spiele.

Für Gastgeber Italien gab es international viel Applaus, obwohl die Wettbewerbe auf so viele verschiedene Orte verteilt waren wie noch nie zuvor. Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, wobei etwa 150.000 ungenutzt blieben.

Italienischer Rekord und deutsche Bilanz

In Italien selbst ist die Zufriedenheit besonders groß, weil das „Team Italia“ mit 30 Medaillen einen neuen Rekord bei Winterspielen aufstellte – darunter zehnmal Gold. Für Deutschland gab es 26 Medaillen und damit eine weniger als noch vor vier Jahren in Peking. Acht davon waren golden, wobei die Erfolge im Eiskanal mit Rodeln, Bob und Skeleton besonders hervorstachen.

Neben dem Fahnenträger-Duo Wendl und Arlt waren aus dem deutschen Team, das mit einem Rekordaufgebot von 185 Athletinnen und Athleten angetreten war, nur noch knapp 20 Sportler bei der Schlussfeier anwesend. Die meisten waren bereits abgereist, doch die verbliebenen Athleten zeigten vollen Einsatz: Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel führte sogar eine spektakuläre Hebefigur vor.

Kritik und Zukunftsperspektiven

Trotz des allgemeinen Lobes gab es auch kritische Stimmen. Am Sonntag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Verona gegen die Olympischen Spiele. Die Kritik richtet sich unter anderem dagegen, dass trotz anderslautender Pläne Sportstätten wie der Eiskanal in Cortina völlig neu gebaut oder enorm ausgebaut wurden, wie das Biathlon-Stadion in Antholz in Südtirol. Die Veranstalter hatten ursprünglich versprochen, für die „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“ zu sorgen – ob dies gelang, wird sich erst in der Zukunft zeigen.

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Manche Beobachter hoffen nun, dass eine mögliche deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 neuen Schwung in den deutschen Sport bringen könnte. Dabei könnte es passieren, dass Deutschland in Konkurrenz zum jetzt so zufriedenen Gastgeber Italien gerät: Dort wird intensiv erwogen, mit der Hauptstadt Rom ins Rennen zu gehen, die bereits 1960 Austragungsort der Sommerspiele war.

Die nächsten Winterspiele finden in vier Jahren in den französischen Alpen statt, während 2028 die Sommerspiele in Los Angeles auf dem Programm stehen. Die magischen Spiele in Italien haben damit einen neuen Standard für zukünftige Olympische Veranstaltungen gesetzt.