Historische Arena di Verona als Bühne für Olympia-Abschlussfeier
Fast 2000 Jahre nach ihrer Erbauung erlebt die Arena di Verona einen weiteren historischen Moment. Das römische Amphitheater, das um das Jahr 30 n. Chr. eingeweiht wurde, bildet am Sonntagabend die spektakuläre Kulisse für die Schlussfeier der Olympischen Winterspiele. Rund 12.000 Zuschauer werden in der antiken Arena erwartet, um das große Finale der Spiele zu erleben.
Trump sagt Besuch kurzfristig ab
Bereits vor Beginn der Feierlichkeiten sorgt eine prominente Absage für Schlagzeilen. US-Präsident Donald Trump (79) hat seinen geplanten Besuch der Olympia-Abschlussfeier abgesagt. Ursprünglich sollte der Präsident zunächst das Eishockey-Finale zwischen den USA und Kanada im 144 Kilometer entfernten Mailand besuchen und anschließend nach Verona weiterreisen. Nun steht fest: Trump wird weder beim Eishockey-Finale noch in der Arena di Verona anwesend sein.
Die Gründe für die Absage sind vor allem logistischer Natur. Die Flughäfen in Verona und Mailand-Linate verfügen über zu kurze Landebahnen für die Air Force One, die Präsidentenmaschine der Vereinigten Staaten. Von Mailand-Malpensa, dem nächstgelegenen geeigneten Flughafen, sind es wiederum 60 Kilometer bis zum Santagiulia-Eishockeystadion – eine Distanz, die für die umfangreiche Sicherheitskolonne des Präsidenten als zu lang eingeschätzt wurde.
Mehr Fokus auf die künstlerische Inszenierung
Für die Organisatoren bedeutet die Absage des US-Präsidenten vor allem eines: weniger Sicherheitsaufwand und mehr Konzentration auf das eigentliche künstlerische Ereignis. Produzent Alfredo Accatino (65) betont: „Wir wollen über ein Italien im Wandel erzählen, über die Schönheit der Bewegung, die Schönheit des Sports und die Schönheit der Natur.“
Im Mittelpunkt der Show steht Star-Balletttänzer Roberto Bolle (50), der mit 350 Freiwilligen geprobt hat und eine tragende Rolle übernimmt. Die Inszenierung trägt den Titel „Schönheit in Bewegung“ und soll eine Hommage an die Dynamik des Sports sowie an ein sich wandelndes Italien darstellen. Die Bühne symbolisiert einen Wassertropfen, der die olympischen Orte in den Bergen mit dem Po-Tal verbinden soll.
Deutsche Athleten und musikalische Höhepunkte
Von den rund 3000 Athleten, die an den Winterspielen teilgenommen haben, wird etwa die Hälfte bei der Abschlussfeier erwartet, wobei letztlich wohl weniger tatsächlich einlaufen werden. Aus dem deutschen Team mit insgesamt 188 Athleten sind nur 22 dabei, darunter die Fahnenträger Tobias Wendl (38) und Tobias Arlt (38). Die beiden Rodler hatten sich mit jeweils ihrer siebten Goldmedaille zu den deutschen Rekord-Olympioniken der Geschichte gesiegt.
Musikalischer Höhepunkt des Abends soll der italienische Rapper Achille Lauro (35) werden. Im Gegensatz zur Eröffnungsfeier im Mailänder San Siro, bei der internationale Stars wie Mariah Carey (56), Andrea Bocelli (67) und Lang Lang (43) auftraten, setzen die Organisatoren diesmal bewusst auf lokale Künstler.
Offizieller Teil und Ausblick
Zum offiziellen Teil der Zeremonie gehören die Rede von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) sowie die feierliche Übergabe der Olympischen Flagge an den Ausrichter der Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen, wobei Nizza als zentraler Ort fungieren wird.
Mit dem Erlöschen des Olympischen Feuers enden die Winterspiele in Verona – und die Arena di Verona erlebt einmal mehr einen historischen Moment, wenn auch ohne Besuch aus dem Weißen Haus. Bereits am 6. März werden an derselben Stelle die Paralympics eröffnet, die dann erneut die antike Arena in ein modernes Sportzentrum verwandeln werden.



