IPC-Präsident Parsons betont Einigungskraft des Sports bei Paralympics-Eröffnung
Parsons: Sport als Weg zur Einigung bei Paralympics-Eröffnung

Paralympics-Eröffnung: Parsons setzt auf vereinende Botschaft trotz politischer Spannungen

Der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Andrew Parsons, hat bei der feierlichen Eröffnung der Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina bewusst eine versöhnliche und einigende Note angeschlagen. In seiner Rede in der Arena von Verona umging der Brasilianer geschickt die kontroversen Diskussionen um die Wiederzulassung russischer und belarussischer Athleten, die im Vorfeld der Spiele für erhebliche Unruhe gesorgt hatten.

Sport als Alternative zu politischen Konflikten

„In einer Welt, in der manche Länder eher unter dem Namen ihrer Staatsoberhäupter als unter ihrem eigenen bekannt sind, ziehe ich es vor, Länder über die Namen ihrer Athletinnen und Athleten zu kennen“, erklärte Parsons zu Beginn der Zeremonie. Der IPC-Chef betonte nachdrücklich, dass der Sport der globalen Gemeinschaft einen alternativen Weg aufzeigen könne – einen Weg der Verständigung und des gegenseitigen Respekts jenseits politischer Differenzen.

Parsons erinnerte daran, dass er bereits vor vier Jahren sein Entsetzen über die weltpolitische Lage zum Ausdruck gebracht habe. „Leider hat sich die Situation seither nicht verbessert“, räumte er ein. Dennoch stellte er die Paralympics als „transformativstes Sportereignis der Welt“ in den Mittelpunkt, das demonstriere, wie menschliches Potenzial ohne Grenzen auskomme.

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Boykott und Rekordteilnehmerzahl

Die Eröffnungsfeierlichkeiten waren allerdings von den Boykotten sieben Nationen überschattet worden, die mit der Rückkehr russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge nicht einverstanden waren. Infolgedessen war nur knapp die Hälfte aller Nationen mit offiziellen Delegationen in Verona vertreten.

Trotz dieser politischen Verwerfungen verzeichneten die Paralympics 2026 einen bemerkenswerten Teilnehmerrekord. Insgesamt 611 Athleten aus 55 Nationen werden in den kommenden Tagen in Mailand, Cortina d'Ampezzo und Tesero um Medaillen kämpfen. Damit wird die bisherige Bestmarke von Pyeongchang 2018, wo 564 Sportler aus 48 Ländern an den Start gingen, deutlich übertroffen.

Vision einer inklusiven Gesellschaft

Parsons entwickelte in seiner Ansprache eine visionäre Perspektive für die Paralympics und darüber hinaus. „Hier bei den Paralympics sind Unterschiede keine Gründe für Trennung, sondern Quellen der Stärke“, betonte er. Die Spiele würden zeigen, wie Nationen als Nachbarn zusammenkommen und Athleten mit Leidenschaft und Fairness antreten könnten – stets vereint im Respekt füreinander und für die sportlichen Regeln.

Das Paralympische Dorf beschrieb der IPC-Präsident als „lebendiges Modell dafür, was unsere Gesellschaft sein kann und sein sollte“: ein Ort frei von politischen Grabenkämpfen, an dem jeder willkommen ist, dazugehört und wertgeschätzt wird. „Es geht darum, inklusivere Zukunft zu gestalten. Und diese Zukunft brauchen wir heute mehr denn je“, schloss Parsons seine mit Hoffnung und Optimismus getränkte Rede.

Die Paralympischen Winterspiele 2026 finden vom 6. bis 15. März in der norditalienischen Region Lombardei statt und versprechen trotz der politischen Kontroversen im Vorfeld sportliche Höchstleistungen und berührende menschliche Geschichten.

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