Jubiläumsmarathon mit Rekordbeteiligung und deutscher Podestplatz
Der 40. Haspa Marathon in Hamburg ging am Sonntag mit einer Rekordbeteiligung von 46.000 Teilnehmern über die Bühne. Bei traumhaftem Laufwetter sorgte ein deutscher Läufer für eine besondere Sensation: Samuel Fitwi (30) erreichte nach 27 Jahren wieder einen Podestplatz für Deutschland. Der letzte Deutsche, dem dies gelang, war 1999 Carsten Eich.
Fitwi mit persönlicher Bestzeit
Samuel Fitwi, der als 17-Jähriger vor dem Bürgerkrieg aus Eritrea floh und heute in der Vulkaneifel lebt, lief in 2:04:45 Stunden eine persönliche Bestzeit und die zweitschnellste Zeit, die je ein Deutscher erzielte. „Das Rennen lief supergut, ich kann mir das kaum vorstellen“, jubelte der Athlet vom Silvesterlauf Trier. Die packende Stimmung entlang der Strecke bezeichnete er als „der Hammer“. Fitwi hatte sich 16 Wochen lang in einem Höhentrainingslager in Äthiopien auf den Marathon vorbereitet und kassierte 20.000 Euro Prämie.
El Goumri gewinnt, Kipkoech mit Streckenrekord
Den Gesamtsieg sicherte sich der Marokkaner Othmane El Goumri (33) in 2:04:24 Stunden – der viertschnellsten Zeit in der Geschichte des Hamburg-Marathons. Er attackierte kurz vor Eppendorf und setzte sich von der Spitzengruppe ab, die über 30 Kilometer zusammen gelaufen war. Bei den Frauen sorgte Brillian Jepkorir Kipkoech (31) aus Kenia für eine Überraschung: Sie verbesserte ihre Bestzeit um fünf Minuten auf 2:17:05 Stunden und stellte einen neuen Streckenrekord auf. Dabei hatten vier Äthiopierinnen wegen Visa-Problemen abgesagt, sodass Organisator unerwartet die 20.000-Euro-Extraprämie zahlen musste. „Ich habe das nicht erwartet, aber ich bin so dankbar“, strahlte Kipkoech.
Medizinischer Notfall überschattet Feier
Getrübt wurde die Jubiläumsparty durch einen medizinischen Notfall: Ein 35-jähriger Hobbyläufer brach kurz nach der Ziellinie zusammen und musste mit Herzdruckmassage wiederbelebt werden. Er wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht. Bürgermeister Peter Tschentscher zeigte sich dennoch begeistert: „Für mich ist das schon ein Vorgeschmack auf Olympische und Paralympische Spiele.“



