Pogacar bei Paris-Roubaix geschlagen: Van Aert triumphiert mit emotionalem Sieg
Pogacar bei Paris-Roubaix geschlagen: Van Aert triumphiert

Emotionaler Triumph bei Paris-Roubaix: Van Aert schlägt Pogacar

In einem dramatischen und historischen Rennen hat Wout van Aert die 123. Auflage von Paris-Roubaix gewonnen. Der belgische Klassiker-Spezialist setzte sich im Velodrome von Roubaix im Sprint gegen den slowenischen Weltmeister Tadej Pogacar durch, der damit seinen Angriff auf den historischen Coup um ein Jahr verschieben muss. Nach 258,3 anstrengenden Kilometern zwischen Compiègne und Roubaix, gespickt mit 30 harten Kopfsteinpflaster-Sektoren, fiel die Entscheidung erst in der letzten Kurve.

Pogacar: "Beine waren wie Spaghetti"

Ein enttäuschter Tadej Pogacar stapfte mit dreckverschmiertem Gesicht von der ehrwürdigen Betonpiste. "Als ich zusammen mit Wout fuhr, war nicht mehr viel Frische in den Beinen. Ihn auf dem Kopfsteinpflaster abzuhängen, wäre eine Mission impossible gewesen", gestand der Slowene. "Ich hatte noch Hoffnung auf den Sprint, aber meine Beine waren wie Spaghetti. Er hat auf den Champs-Élysées gewonnen. Es ist hart ihn zu schlagen." Pogacar hatte im Rennen alles gegeben, drei Radwechsel in der Hölle des Nordens gemeistert und eine spektakuläre Aufholjagd nach einem frühen Reifenschaden hingelegt.

Van Aert widmet Sieg verstorbenem Freund

Für Wout van Aert war der Sieg der größte Erfolg seiner Karriere und ein emotionaler Moment. "Das bedeutet mir alles. Das ist ein Ziel seit 2018, als ich das erste Mal hier gefahren bin", sagte der bewegte Belgier. "Vor acht Jahren habe ich in dem Rennen meinen Teamkollegen Michael Goolaerts verloren. Seitdem war es mein Ziel, hierherzukommen und den Finger in den Himmel zu strecken. Dieser Sieg ist für Michael, vor allem auch für seine Familie." Goolaerts war 2018 während des Rennens an einem Herzinfarkt gestorben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Historische Chance verpasst

Mit seinem zweiten Platz verpasste Pogacar den Eintritt in einen elitären Kreis der Radsportgeschichte. Ein Sieg bei Paris-Roubaix hätte bedeutet, dass der Slowene bei allen fünf Monumenten des Radsports mindestens einen Sieg gefeiert hätte. Diese Leistung schafften bisher nur die drei belgischen Legenden Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck und Rik Van Looy. Pogacar, der bereits bei seiner Roubaix-Premiere im Vorjahr Zweiter wurde, muss nun weiter auf seinen ersten Triumph in der Königin der Klassiker warten.

Technische Probleme und ausgefallenes Duell

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Pogacar und seinem großen Widersacher Mathieu van der Poel fiel aus. Der niederländische Ex-Weltmeister verpasste nach einem Defekt im berüchtigten Wald von Arenberg den Anschluss. Van der Poel versuchte zwar mit aller Macht, zurück an die Spitze zu kommen, musste aber zwei Minuten auf die Spitzengruppe einbüßen und wurde am Ende Vierter.

In der spektakulären Auflage blieb kaum ein Fahrer von technischen Problemen verschont. Neben Pogacars frühem Reifenschaden musste auch van Aert einmal vom Rad, ließ sich aber auf den heftigen Kopfsteinpflaster-Sektoren im Zweikampf mit dem Slowenen nicht abschütteln. Bester Deutscher war der Kölner Nils Politt, der Pogacar bei seiner Aufholjagd unterstützte und am Ende Platz neun belegte.

Das Rennen entwickelte sich von Beginn an mit hohem Tempo, angetrieben von kräftigem Rückenwind. Die Dramatik erreichte ihren Höhepunkt, als Pogacar 120 Kilometer vor dem Ziel einen platten Vorderreifen hatte und ohne schnelle Hilfe eines Teamfahrzeugs auskommen musste. Mit einem neutralen Ersatzrad und der Unterstützung durch Politt kämpfte er sich jedoch zurück an die Spitze, wo das spannende Duell mit van Aert seinen Lauf nahm.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration