Jedermann-Radrennen in Neubrandenburg: Übernachtungsnot bei Rekordteilnehmerzahl
Radrennen Neubrandenburg: Übernachtungsnot bei Rekord

Jedermann-Radrennen in Neubrandenburg: Übernachtungsnot bei Rekordteilnehmerzahl

In der Mecklenburgischen Seenplatte steht ein sportliches Großereignis bevor, das mit einem neuen Teilnehmerrekord aufwartet, jedoch auch erhebliche logistische Herausforderungen mit sich bringt. Mehr als 4750 Radfahrer haben sich für die zwölfte Auflage der Mecklenburger Seenrunde (MSR) angemeldet, die Ende Mai über 300 Kilometer führt. Dieser Ansturm übertrifft alle bisherigen Zahlen und unterstreicht die wachsende Beliebtheit der Jedermann-Veranstaltung.

Qualität vor Quantität: Anmeldegrenze erreicht

Initiator Detlef Koepke und sein Team betonen, dass es ihnen nicht um Rekordjagd geht, sondern um das sichere und angenehme Erlebnis aller Teilnehmer. „Wir mussten, wirklich sehr schweren Herzens, bereits etlichen Startern absagen“, erklärt Koepke. Die Organisatoren haben eine Obergrenze für die große Runde festgelegt, um die Qualität der Veranstaltung zu wahren. Personelle und räumliche Kapazitäten an den Depots entlang der Strecke lassen keine unbegrenzte Expansion zu.

Für die 100 Kilometer lange Frauen-Runde, die exklusiv für Teilnehmerinnen reserviert bleibt, sind derzeit 850 Anmeldungen verzeichnet. Auch hier ist ein Limit von maximal 1000 Starterinnen vorgesehen, um die logistische Bewältigung neben der Hauptstrecke zu gewährleisten. Koepke betont: „Wir wissen von vielen Frauen, dass sie ihren eigenen ‚Safe Space‘ mit dieser Frauen-MSR-100 schätzen.“ Männliche Interessenten werden konsequent abgewiesen, selbst wenn sie ihre Partnerinnen unterstützen oder sich die lange Strecke nicht zutrauen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Unterkunftssuche wird zum Hauptproblem

Das drängendste Thema in den Wochen vor dem Startschuss ist die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten. Hotels und Campingplätze in und um Neubrandenburg sind bereits seit Monaten ausgebucht. „Es gibt aber auch jetzt, acht Wochen vor der MSR, immer noch Starter, die eine Unterkunft suchen“, macht Koepke deutlich. Das Organisationsteam ist intensiv damit beschäftigt, private Schlafplätze zu akquirieren.

Die Stadt Neubrandenburg unterstützt die Bemühungen, indem sie erneut die Webasto-Arena für Übernachtungszwecke bereitstellt. Erstmals in diesem Jahr kann auch ein Reitplatz von Campern genutzt werden, nachdem die Stadt den Reitsportverein Vier Tore mit den Organisatoren zusammengebracht hat. Dennoch reichen diese Maßnahmen bei weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

Keine Lösung durch Pop-up-Campingplätze

Auf die Idee, temporäre Pop-up-Campingflächen auf städtischen Arealen einzurichten, reagiert das Neubrandenburger Rathaus ablehnend. Sprecherin Anja Seugling verweist auf komplexe Rahmenbedingungen: „Die Ausweisung temporärer Pop-up-Campingflächen setzt geeignete Rahmenbedingungen voraus, insbesondere hinsichtlich Erschließung, Sicherheit, Brandschutz sowie der Gewährleistung von Zufahrten für Rettungsdienste.“

Zudem seien potenzielle Standorte für dauerhafte Campingplätze im Stadtgebiet bereits umfassend untersucht worden. Gebiete wie Broda und Stargarder Bruch erwiesen sich aus wirtschaftlichen, infrastrukturellen und naturschutzrechtlichen Gründen als ungeeignet. „Vor diesem Hintergrund wird die Realisierung zusätzlicher Campingangebote im Stadtgebiet derzeit als wenig realistisch eingeschätzt“, so Seugling.

Appell an private Gastgeber

Angesichts dieser Situation appellieren die Organisatoren an die Bevölkerung von Neubrandenburg und Umgebung. Wer über eine freie Couch, ein Gästebett, ein Zimmer oder eine andere Unterkunft verfügt, kann sich über ein Internet-Formular mit dem MSR-Büro in Verbindung setzen. In persönlichen Gesprächen werden dann die Konditionen für die Übernachtungsvermittlung geklärt.

Neben der großen 300-Kilometer-Runde gibt es noch verfügbare Plätze bei der Mini-MSR im Kulturpark, die zum Rahmenprogramm gehört. Auch hier ist die Kapazität jedoch begrenzt, um Ordnung und Sicherheit am Start- und Zielort gewährleisten zu können. Die Streckenführung der Hauptrunde wurde in diesem Jahr leicht angepasst, um Bauarbeiten in Burg Stargard und zwischen Röbel und Nossentiner Hütte auszuweichen. Alle Änderungen sind mit Behörden und Helfern abgestimmt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Detlef Koepke, der die Veranstaltung 2014 nach dem Vorbild der schwedischen Vätternrundan ins Leben rief, bleibt optimistisch: „Alle, die sich auf den langen Kanten begeben, sollen gut durch- und ankommen.“ Mit der Unterstützung privater Gastgeber hofft er, dass dieses Ziel für alle Rekordteilnehmer erreicht werden kann.