Dramatisches Kopfsteinpflaster-Rennen entscheidet sich im Finale
In einem atemberaubenden Finale des legendären Radklassikers Paris-Roubaix hat sich der belgische Spitzenfahrer Wout van Aert gegen den slowenischen Superstar Tadej Pogacar durchgesetzt. Bei der 258 Kilometer langen Fahrt durch die berüchtigte "Hölle des Nordens" musste sich Pogacar wie bereits im Vorjahr mit dem zweiten Platz begnügen und verpasste damit erneut den historischen Sieg, der ihm den letzten fehlenden Titel bei den fünf Radsport-Monumenten eingebracht hätte.
Materialprobleme und Aufholjagden prägen das Rennen
Das Rennen war geprägt von zahlreichen technischen Defekten und unerwarteten Wendungen. Beide Top-Fahrer mussten während des Wettkampfs mehrmals ihr Rad wechseln und verlorene Zeit mühsam aufholen. Der 27-jährige Pogacar vom UAE Team Emirates-XRG unterlag im berühmten Radstadion von Roubaix dem vier Jahre älteren van Aert vom Team Visma-Lease a Bike, der damit sein zweites Monument nach Mailand-Sanremo 2019 gewann.
Der Belgier Jasper Stuyven vom Team Soudal Quick-Step komplettierte das Podium als Dritter. Titelverteidiger Mathieu van der Poel aus den Niederlanden (Alpecin-Premier Tech) landete nach mehreren technischen Problemen und einer spektakulären, aber letztlich erfolglosen Aufholjagd auf dem vierten Platz. Für van der Poel platzte damit der Traum, als erster Radfahrer viermal in Folge in Roubaix zu siegen.
Historische Dimension des Sieges
Mit diesem Ergebnis bleiben die belgischen Radlegenden Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck und Rik Van Looy die einzigen Fahrer in der Geschichte, die sämtliche fünf Monumente des Radsports gewinnen konnten. De Vlaeminck war vor 49 Jahren der letzte Athlet, dem diese besondere Leistung gelang.
Für Pogacar bedeutet die Niederlage eine weitere verpasste Chance, in die Fußstapfen dieser Legenden zu treten. Der viermalige Tour-de-France-Champion hatte in dieser Saison bereits beeindruckende Erfolge gefeiert:
- Erster Karrieresieg bei Mailand-Sanremo vor drei Wochen
- Dritter Triumph bei der Flandern-Rundfahrt vor zwei Wochen
- Dennoch verpasste er den bislang unerreichten Hattrick aus Siegen bei Sanremo, Flandern und Roubaix in einer einzigen Saison
Im Vorjahr hatte Pogacar bei seiner Paris-Roubaix-Premiere nach einem Sturz in der entscheidenden Phase ebenfalls den zweiten Platz belegt. Die "Hölle des Nordens" mit ihrem anspruchsvollen Kopfsteinpflaster bleibt damit eine der letzten großen Herausforderungen in der bereits außergewöhnlichen Karriere des slowenischen Ausnahmetalents.



