Braunschweiger Schwimmbäder starten Kampagne gegen sexualisierte Gewalt
In den Braunschweiger Schwimmbädern wurde eine neue, umfassende Kampagne gegen sexualisierte Gewalt und Übergriffe gestartet. Mit auffälligen Plakaten, informativen Videos und detaillierten Flyern sollen vor allem Kinder, Jugendliche und das Bade-Personal wachgerüttelt und für das Thema sensibilisiert werden. Stadtbad-Geschäftsführer Tobias Groß betonte bei der offiziellen Vorstellung der Initiative: „Fest steht: Jeder einzelne Fall sexualisierter Gewalt ist einer zu viel und muss mit aller Entschlossenheit bekämpft werden.“
„Hilfe holen ist kein Petzen“ – Klare Botschaft an Betroffene
Die zentrale Botschaft der Kampagne lautet deutlich: „Hilfe holen ist kein Petzen.“ Damit wird eine klare Ansage gesetzt, dass unerwünschtes Berühren im Schwimmbecken, aufdringliche Blicke in den Umkleidekabinen oder auch in der Sauna absolut tabu sind und nicht toleriert werden. Betroffene Personen, egal ob jung oder alt, werden ermutigt, sich sofort und ohne Zögern an das geschulte Badpersonal zu wenden, um Unterstützung zu erhalten.
Umfassende Schulungen für das Badpersonal
Um auf solche Vorfälle optimal reagieren zu können, durchlief das gesamte Badpersonal in den vergangenen Monaten spezielle und intensive Trainingsmaßnahmen. Diese Schulungen sollen sicherstellen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter potenzielle Übergriffe besser erkennen können und im Ernstfall richtig sowie einfühlsam reagieren. Die Aktion trägt den Namen „Ich sag's“ und wurde bereits vor zwei Jahren erfolgreich in Köln ins Leben gerufen.
In der Domstadt Köln hat sich gezeigt, dass eine solche Kampagne durchaus Wirkung zeigt. Tobias Groß berichtete: „Es wird tatsächlich mehr gemeldet, was ein positives Zeichen für das gestiegene Bewusstsein ist.“ Durch das frühzeitige Eingreifen und Melden von Vorfällen können Eskalationen verhindert und Betroffene schneller geschützt werden.
Unterstützung von Polizei und Kinderschutzbund
Mit im Boot der Kampagne sind wichtige Partner wie der Kinderschutzbund, das Fachzentrum „Sichtbar“ und die örtliche Polizei. Polizistin Ines Fricke appelliert an alle Besucherinnen und Besucher: Bereits bei einem unguten Gefühl oder einem komischen Bauchgefühl sollten Betroffene reagieren und das Personal informieren. Ob im konkreten Fall eine Straftat vorliegt, prüfen dann die zuständigen Beamten.
Groß betonte ausdrücklich, dass die Aktion keine Reaktion auf eine erhöhte Zahl von Übergriffen ist. Vielmehr zielt sie darauf ab, Verunsicherungen und Ängste zu bekämpfen, die durch Gerüchte in den Sozialen Medien entstehen können. Für die Umsetzung der Kampagne wurde eine niedrige fünfstellige Summe investiert, die in Aufklärung und Prävention fließt.
Die Braunschweiger Schwimmbäder setzen damit ein starkes Zeichen für Sicherheit und Respekt. In Schwimm- und Freibädern sollte sich schließlich jeder Besucher wohl und sicher fühlen können, ohne Angst vor Übergriffen haben zu müssen.



