Historischer Moment im Schwimmsport: 16 Jahre alter Weltrekord fällt
Bei den China Open in Shenzhen hat sich am Freitag eine kleine Schwimm-Sensation ereignet. Der australische Olympiasieger Cameron McEvoy (31) hat den Weltrekord über 50 Meter Freistil geknackt, der seit mehr als 16 Jahren Bestand hatte. Die neue Rekordmarke des Sprint-Spezialisten liegt bei sensationellen 20,88 Sekunden.
Überwältigender Sieg mit klarem Vorsprung
McEvoy, der aktuelle Olympiasieger und amtierende Weltmeister über die 50-Meter-Distanz, dominierte das Rennen in Shenzhen von Beginn an. Er ließ die Konkurrenz deutlich hinter sich: US-Schwimmer Jack Alexy (21,57 Sekunden) und Rio-Olympiasieger Kyle Chalmers (22,01 Sekunden) mussten sich mit fast einer Körperlänge Rückstand begnügen. Dieser Triumph markiert einen weiteren Höhepunkt in der Karriere des Australiers, die vor wenigen Jahren beinahe geendet hätte.
Besondere Bedeutung des alten Rekords
Die bisherige Bestmarke hatte der Brasilianer César Cielo im November 2009 aufgestellt. Das Besondere daran: Cielo schwamm damals noch im erlaubten Hightechanzug, der durch seine besonderen Materialeigenschaften schnellere Zeiten ermöglichte. Viele Experten hielten diesen Rekord im modernen Schwimmsport ohne solche Spezialanzüge für unerreichbar – bis Cameron McEvoy kam.
Wiedergeburt durch innovative Trainingsmethoden
Nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokio nahm sich McEvoy eine Auszeit vom Leistungssport. In dieser Phase experimentierte er intensiv mit neuen Trainingsansätzen. Er übertrug Elemente aus dem Gewichtheben und Bahnradfahren ins Schwimmtraining, entwickelte innovative Kraft- und Ausdauerkonzepte. Diese unkonventionelle Herangehensweise zahlte sich aus: Im Oktober 2022 kehrte er zurück, gewann 2023 seinen ersten WM-Titel, wiederholte diesen Erfolg 2025 und holte bei den Olympischen Spielen in Paris Gold.
Respekt vom Vorgänger
Ex-Rekordhalter César Cielo zeigte sich in den sozialen Medien beeindruckt und gratulierte dem neuen Rekordhalter: „Blitzsauber, Cam! Unglaublich! Vor einiger Zeit bin ich auf einen Satz gestoßen, der genau das beschreibt, was du geleistet hast: Man verändert nichts, indem man gegen die bestehende Realität ankämpft. Um etwas zu verändern, muss man ein neues Modell entwickeln, das das bestehende überflüssig macht.“ Diese Worte treffen den Kern von McEvoys Leistung perfekt: Statt sich mit dem scheinbar Unmöglichen abzufinden, schuf er durch Innovation neue Möglichkeiten.
Der Weltrekord über 50 Meter Freistil gehört nun nach 16 Jahren und drei Monaten einem neuen Namen. Cameron McEvoys Zeit von 20,88 Sekunden setzt nicht nur eine neue technische Messlatte, sondern steht auch symbolisch für die Überwindung scheinbarer Grenzen im Spitzensport.



