Florian Wellbrock startet ohne Druck ins EM-Jahr und blickt auf WM-Triumphe zurück
Wellbrock startet ohne Druck ins EM-Jahr

Wellbrock startet mit gelassener Haltung in die EM-Saison

Der Magdeburger Schwimmstar Florian Wellbrock beginnt das Wettkampfjahr mit einer entspannten Einstellung. Vor dem Auftakt der Freiwasser-Weltcups blickt der vierfache Weltmeister auf seinen außergewöhnlichen Erfolg bei der WM im Vorjahr zurück, wo er alle vier Freiwasser-Titel gewann.

„Egal was kommt, es kann nur schlechter werden“

Im Interview auf der Verbandshomepage äußerte sich Wellbrock realistisch zu seinen Aussichten: „Egal was kommt, es kann nur schlechter werden“, erklärte der 28-Jährige. Ihm ist bewusst, dass die Wiederholung seines sensationellen WM-Coups äußerst schwierig werden wird. „Diesen Gedanken hat man zwar schon im Hinterkopf, denkt aber nicht natürlich ständig dran“, betonte der Schwimmer.

Wellbrock weist darauf hin, dass sich die aktuelle Saison ohnehin nicht mit den vorherigen vergleichen lässt. Der sportliche Höhepunkt dieses Sommers bildet die Europameisterschaft in Paris, die vom 31. Juli bis zum 16. August stattfindet.

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Positive Erinnerungen an Paris trotz Olympia-Debakel

Obwohl Wellbrock bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 eine Medaille klar verpasste, verbindet er mit der französischen Hauptstadt grundsätzlich „keine negativen Erfahrungen“. Der Tokio-Olympiasieger analysiert rückblickend: „Ich weiß, dass es damals eine mentale Formsache war“. Deshalb kann er sich sportlich gesehen durchaus auf die EM in Paris freuen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist für Wellbrock, dass bei den Freiwasser-Wettbewerben der EM nicht im gleichen Abschnitt der Seine geschwommen wird wie bei den vergangenen Sommerspielen. „Dann könnte man direkt etwas gutmachen“, erklärte er zu dieser Entscheidung.

Entspanntere Saison nach intensiven Jahren

Wellbrock bewertet es positiv, dass es in diesem Jahr „eine entspanntere Saison“ wird. Nach den vergangenen Jahren mit eng getakteten Programmen benötige er „wohl auch mal“ eine solche Phase. „Ich merke das daran, dass ich in dieser Saison schon relativ oft krank war – was für mich echt ungewöhnlich ist“, berichtete der Schwimmer. „Vielleicht muss der Körper einfach ein bisschen Tribut zollen für die letzten Jahre.“

Auch aus diesem Grund geht Wellbrock das Wettkampfjahr „ohne konkrete Ziele an“. Sein Fokus liegt zunächst auf der Freiwasser-Weltcuptour, die am Freitag in Soma Bay in Ägypten beginnt. In diesem Jahr plant er, alle vier Stopps der Tour mitzunehmen – etwas, das ihm „vorher noch nie geschafft“ hat.

Monetäre Aspekte spielen eine Rolle

Wellbrock gibt offen zu, dass auch finanzielle Überlegungen bei seiner Fokussierung auf die Weltcup-Tour eine Rolle spielen. „Das hat übrigens auch monetäre Ursachen, denn über die marginalen Preisgelder bei einer Europameisterschaft kriegen wir uns ja gar nicht richtig refinanziert“, erklärte der Schwimmstar.

Der Magdeburger startet somit mit einer ausgewogenen Mischung aus Realismus, Gelassenheit und klaren Prioritäten in die neue Wettkampfsaison, während er gleichzeitig die Erinnerungen an seine historischen WM-Erfolge des Vorjahres mit sich trägt.

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