Becker bewertet Zverevs Form vor Madrid: „Sehr konstant, aber...“
Die deutsche Tennis-Ikone Boris Becker hat sich im Vorfeld des prestigeträchtigen Masters-Turniers in Madrid optimistisch über die Form von Alexander Zverev geäußert. Trotz einer Serie von vier Halbfinal-Niederlagen bei den letzten Turnieren sieht Becker den Hamburger auf einem soliden Weg.
Konstante Leistung mit Halbfinal-Hürde
„Insgesamt ist die Form von Sascha Zverev sehr konstant, bis zum Halbfinale eigentlich immer absolute Weltklasse“, erklärte Becker dem SID während der Laureus World Sports Awards in Madrid. „Und dann passiert irgendetwas.“ Diese Aussage bezieht sich auf die jüngsten Ergebnisse des Tokio-Olympiasiegers, der bei den Masters-Events in Indian Wells, Miami und Monte Carlo jeweils gegen den italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner verlor, bevor er am Samstag in München überraschend gegen dessen Landsmann Flavio Cobolli scheiterte.
Becker zeigte Verständnis für die Niederlagen gegen Sinner: „Es ist keine Schande, gegen Sinner zu verlieren.“ Die Niederlage gegen Cobolli in München bezeichnete er jedoch als „ein bisschen überraschend“. Diese Serie von Halbfinal-Ausgängen stellt für Zverev eine psychologische Hürde dar, die es im weiteren Saisonverlauf zu überwinden gilt.
Chancen beim Madrid Masters
Das nächste Masters-Turnier beginnt bereits am Mittwoch in Madrid und bietet Zverev die Möglichkeit, die Negativserie zu durchbrechen. Zwar wird mit Jannik Sinner erneut ein starker Konkurrent antreten, doch das Teilnehmerfeld wird durch die Verletzungen von Carlos Alcaraz und Novak Djokovic deutlich geschwächt. Diese Abwesenheiten könnten Zverevs Chancen auf einen Turniersieg erhöhen.
Becker äußerte sich überzeugt: „Ich bin überzeugt, dass Zverev nach Madrid kommen wird und wieder seine Form findet.“ Sollte der Hamburger erneut das Halbfinale erreichen, „hoffe“ der 58-jährige Experte, dass Zverev „diesmal das Match gewinnt“. Diese Aussage unterstreicht das Vertrauen, das Becker in die mentale Stärke und die sportlichen Fähigkeiten des deutschen Top-Spielers setzt.
Voller Terminplan und kommende Herausforderungen
Nach dem Turnier in Madrid stehen mit den French Open ab dem 18. Mai sowie möglichen Starts in Rom und am Hamburger Rothenbaum weitere wichtige Stationen auf dem Kalender. Zverev hatte nach dem Aus in München keine Garantie für seine Teilnahme an diesen Turnieren abgeben wollen, was Spekulationen über seine physische und mentale Verfassung nährt.
Becker zeigte sich besorgt über den vollen Terminplan: „Hoffentlich übernimmt er sich nicht.“ Diese Warnung deutet auf die Gefahr von Überlastung und Verletzungen hin, die bei der dichten Turnierplanung im professionellen Tennis stets präsent ist. Die Balance zwischen Wettkampfhäufigkeit und Regeneration wird für Zverevs Erfolg in der kommenden Saisonphase entscheidend sein.
Insgesamt bleibt die Einschätzung von Boris Becker trotz der jüngsten Rückschläge positiv. Die konstante Leistung bis ins Halbfinale sowie die günstigen Rahmenbedingungen in Madrid könnten die Wende für Alexander Zverev bringen. Die Tennis-Community wird gespannt verfolgen, ob der Hamburger seine Halbfinal-Flut überwinden und wieder in die Siegerkreise zurückkehren kann.



