Coco Gauff kritisiert übergriffige Kameras: Tennisspieler fühlen sich wie Tiere im Zoo
Gauff kritisiert Kameras: Tennisspieler wie Tiere im Zoo

Coco Gauffs Kampf gegen intime Kameraaufnahmen beim Tennis

Die Tenniswelt blickt derzeit gespannt auf den Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart, doch abseits des Platzes entfacht Weltranglistendritte Coco Gauff eine wichtige Debatte über Privatsphäre und Medienethik. Die 22-jährige Amerikanerin, die sportlich als Topspielerin im Turnier gesetzt ist, übt erneut scharfe Kritik an übergriffigen Kameraaufnahmen hinter den Kulissen.

„Sind wir Tennisspieler oder Tiere im Zoo?“

Bereits im Januar hatte Gauff gemeinsam mit der polnischen Weltranglistenzweiten Iga Świątek Kameras kritisiert, die sie beim Zertrümmern ihres Schlägers filmten. Damals stellte Świątek die brisante Frage: „Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Tiere im Zoo?“ Nun berichtet Gauff in Stuttgart von weiteren Vorfällen, bei denen ihre Privatsphäre missachtet wurde.

„Es geht darum, zu kontrollieren, was gezeigt wird und was nicht“, erklärt Gauff entschlossen. „Wir haben viele private Momente. Ich bete vor jedem Match. Ich musste die Kameras bitten, das nicht aufzunehmen.“ Die Spielerin betont, dass es für weibliche Tennisprofis heute kaum möglich sei, männliche Kollegen zu treffen, ohne dabei von Kameras verfolgt zu werden.

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Alexander Zverevs Erfahrung mit intimen Aufnahmen

Mit ihrer Kritik steht Gauff nicht allein da. Der deutsche Tennisspieler Alexander Zverev, 28, wurde kürzlich dabei gefilmt, wie er am Smartphone seinen Entsperrcode eingetippt hatte. Bei den BMW Open in München sagte der Hamburger: „Das ist mir zu viel.“ Zverev erhielt von Freunden per Kurznachricht den Hinweis, dass die Szene im Fernsehen zu sehen war.

Die beiden Topathleten werfen damit grundsätzliche Fragen auf: Wo liegen die Grenzen der Berichterstattung? Wie viel Privatsphäre steht Profisportlern hinter den Kulissen zu?

Neue Standards in Stuttgart als möglicher Wendepunkt

Als Reaktion auf die anhaltende Kritik sollen in Stuttgart nun andere Standards gelten. Der Veranstalter bestätigte auf Nachfrage der „Bild“-Zeitung: „Wir haben Kameras nur auf dem Platz und in unsensiblen Bereichen. Nicht einmal im Kraftraum sind Kameras, um die Spielerinnen zu beobachten.“

Diese Ankündigung klingt wie ein erster Erfolg für Gauffs Engagement – noch bevor sie überhaupt ihren ersten Ball in Stuttgart geschlagen hat. Die Diskussion, die die Tennisspielerin angestoßen hat, könnte langfristige Veränderungen im Medienumgang mit Sportlern bewirken.

Gauff selbst zeigt sich optimistisch: „Ich bin froh, dass ich vielleicht eine Diskussion angestoßen habe. Ich finde definitiv, dass es damals zu weit gegangen ist.“ Sie betont, dass bestimmte Bereiche wie der Kraftraum in Ordnung seien, aber Gänge und andere private Orte geschützt bleiben müssten.

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