Die Preispolitik der FIFA führt zu immer extremeren Forderungen auf dem Ticketmarkt. Auf der offiziellen Weiterverkaufsplattform des Weltverbandes wurden am Donnerstagabend drei Karten für das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zu einem Preis von jeweils knapp 2,3 Millionen US-Dollar angeboten. Die Plätze für das Endspiel am 19. Juli im MetLife Stadium in New Jersey befinden sich hinter einem Tor im Unterrang.
FIFA profitiert doppelt vom Weiterverkauf
Neben dem regulären Verkauf bietet die FIFA eine Plattform an, auf der erworbene Tickets weiterverkauft werden können – ohne Regulierung durch den Weltverband. Der Verkäufer legt den Preis fest, was zu teils astronomischen Summen führt. Die FIFA profitiert doppelt: Sie kassiert eine Gebühr von 15 Prozent – sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer. Sollte eines der genannten Finaltickets verkauft werden, würde der Weltverband somit 690.000 US-Dollar einnehmen. Viele weitere Angebote für das Endspiel liegen deutlich über 100.000 US-Dollar.
Verbraucherschützer und Fans reichen Beschwerde ein
Verbraucherschützer und Fans in Europa haben Ende März wegen des Ticketverkaufs der FIFA eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Kürzlich sorgte der Weltverband zudem mit der Einführung einer neuen Premiumkategorie („Front Category 1“) für Aufsehen. Kartenkäufer werfen der FIFA unter anderem vor, durch die Stadionpläne in die Irre geführt worden zu sein.
DFB-Präsident Neuendorf kritisiert Preispolitik
Unabhängig davon unterstrich DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Kritik des Deutschen Fußball-Bundes an der Preispolitik der FIFA. „Die Ticketpreise sind sehr, sehr hoch. Das ist auch nichts, was wir begrüßen“, sagte der 64-Jährige, der Mitglied im Council des Weltverbandes ist, dem SID am Rande einer Veranstaltung in Köln. Der DFB habe bei der Heim-EM 2024 „gezeigt, dass es auch anders geht“.
Neuendorf glaubt dennoch, dass die Stadien bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (ab 11. Juni) „überall“ ausverkauft sein werden. Es gebe „eine große Verärgerung“ in Teilen der Fanszene. „Und trotzdem – aus welchen Ländern kommen die meisten Bestellungen? Aus den Ausrichterländern Mexiko, Kanada, USA, aber an vierter Stelle war schon Deutschland und an fünfter England. Das heißt, die Begeisterung auch hierzulande ist schon hoch“, sagte der DFB-Chef.



