Volleyball-Urgestein Oliver Heß: Die Konstante beim PSV Neustrelitz
Wenn beim Volleyball-Zweitligisten PSV Neustrelitz über Beständigkeit, Vereinsverbundenheit und Leidenschaft gesprochen wird, dann fällt ein Name fast automatisch: Oliver Heß. Der 36-jährige Libero ist das unumstrittene Urgestein der Mannschaft und verkörpert wie kaum ein anderer Spieler die Entwicklung des Clubs aus der Mecklenburgischen Seenplatte.
Eineinhalb Jahrzehnte Vereinsgeschichte
Seit dem Jahr 2010 trägt Heß das Trikot des PSV Neustrelitz – damals noch auf Landesebene, heute im etablierten Umfeld der 2. Bundesliga Nord. Über eineinhalb Jahrzehnte hinweg hat der Zuspieler den kompletten Wandel miterlebt: vom regionalen Volleyball in der Verbandsliga über Regionalliga und 3. Liga bis hin zu regelmäßigen Duellen auf nationalem Zweitliganiveau.
In der abgelaufenen Saison 2025/26 belegten die Residenzstädter in der Nord-Staffel Platz zehn und sicherten sich vorzeitig den Klassenerhalt. Am drittletzten Spieltag machten die Neustrelitzer den Ligaverbleib perfekt – es war bereits die sechste Zweitligasaison in Folge. „Es wäre sicherlich mehr drin gewesen. Aber wir haben den Klassenerhalt geschafft“, resümierte Heß nüchtern.
Emotionaler Saisonabschluss vor 700 Zuschauern
Beim emotionalen Saisonfinale gegen den SV Lindow-Gransee vor rund 700 Zuschauern in der Strelitzhalle wurde noch einmal deutlich, welchen Stellenwert Volleyball in Neustrelitz inzwischen hat. „So eine Kulisse erlebt man hier nicht oft. Es hat viel Spaß gemacht“, sagte Heß nach der Partie, die zwar mit 0:3 verloren ging, aber durchaus verpasste Chancen auf den Heimsieg bot.
Gerade besondere Anlässe würden zusätzliche Kräfte freisetzen und Zuschauer an die Spielstätte am Glambecker See locken. „Da wäre definitiv mehr drin gewesen. Die effektivere Mannschaft hat am Ende gewonnen“, analysierte der erfahrene Libero.
Herausfordernde Saison mit vielen Veränderungen
Die abgelaufene Spielzeit beschreibt Heß als besonders anspruchsvoll. Viele Veränderungen im Kader, mit Fabio Bartolone ein neuer Trainer und zwischenzeitliche personelle Engpässe – unter anderem auf der Schlüsselposition des Zuspielers – erschwerten die Konstanz. „Man muss sich erst finden, die Ideen des Trainers umsetzen. Das braucht Zeit“, erklärte der PSV-Akteur.
Dennoch habe die Mannschaft Moral bewiesen und sich letztlich verdient in der Liga gehalten. Heß spielte lange Zeit unter seinem Vater Dirk, der den heutigen Zweitligisten trainierte – eine besondere Verbindung, die die Vereinsgeschichte zusätzlich prägt.
Volleyballstandort mit regionaler Bedeutung
Für Oliver Heß ist der sportliche Erfolg jedoch nur ein Teil des Ganzen. Viel wichtiger sei die Bedeutung des Volleyballstandortes für die gesamte Region. „Für so einen Standort in Mecklenburg-Vorpommern ist das ein großer Erfolg“, betonte der PSV-Akteur mit der Rückennummer 16.
Die ländliche Lage mache es nicht leicht, leistungsstarke Spieler für das Team zu gewinnen. Umso wichtiger sei die Nähe zu Berlin, die immer wieder Neuzugänge ermögliche. Dass der PSV hinter Erstligist SV Warnemünde die zweitbeste Mannschaft im männlichen Volleyball im Bundesland ist, erfüllt ihn mit besonderem Stolz.
Positive Entwicklung im Nachwuchsbereich
Besonders erfreulich ist für den Neustrelitzer Volleyballer die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Schon bald könnten die ersten eigenen Talente in Richtung erster Männermannschaft aufsteigen. Zudem finden immer mehr Kinder den Weg zum Volleyball – ein Effekt, den er auch auf die Zweitligazugehörigkeit des Clubs zurückführt.
„Das ist ein riesiger Erfolg für den Verein“, sagte Heß, der auch als Trainer innerhalb des PSV schon in der Vergangenheit unterwegs war und wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.
Noch lange nicht ans Aufhören denken
Und Oliver Heß selbst? Der Routinier denkt noch lange nicht ans Karriereende. Vielmehr möchte er auch in der kommenden Spielzeit seinen Teil dazu beitragen, dass der PSV seine Erfolgsgeschichte in der 2. Volleyball-Bundesliga fortschreibt – als Zuspieler, als Führungspersönlichkeit und als echtes PSV-Urgestein, das den Verein seit 2010 maßgeblich prägt.
Die siebte Zweitligasaison steht bereits bevor und beginnt im September. Organisation, Auswärtsfahrten und Heimspieltage bedeuten enormen Aufwand, der ohne zahlreiche Helfer rund um die Mannschaft nicht zu stemmen wäre. Doch genau dieser Gemeinschaftsgeist macht den PSV Neustrelitz zu einem besonderen Verein – und Oliver Heß zu seiner unverwechselbaren Konstante.



