Volleyball-Fusion in München: Eine neue Sport-Großmacht entsteht
Im deutschen Volleyball bahnt sich eine bedeutende Veränderung an. Durch den Zusammenschluss der beiden Bundesliga-Vereine WWK Volleys Herrsching und TSV Unterhaching zu den WWK Volleys München soll in der bayerischen Landeshauptstadt eine weitere Sport-Erfolgsgeschichte geschrieben werden. Die Geschäftsführer beider Vereine haben im Gespräch mit SPORT1 ihre ambitionierten Ziele für das neue Projekt dargelegt.
Meisterschaft als einziges akzeptables Ziel
Mihai Paduretu, Geschäftsführer des TSV Unterhaching, betonte unmissverständlich: „Die Meisterschaft ist definitiv ein Ziel.“ Sein zukünftiger Kollege Max Hauser, Geschäftsführer der WWK Volleys Herrsching, unterstrich diese Aussage und verwies auf die besonderen Erwartungen in München: „Ich denke, die Meisterschaft ist das einzige Ziel, was man mittelfristig in München ausgeben kann. Hier sind alle sehr erfolgsverwöhnt und nur mit Erfolgen kann man auch eine große Masse von Zuschauern locken.“
Beide Vereine blicken bereits auf beachtliche Erfolge zurück. Unterhaching erreichte zwischen 2009 und 2013 dreimal das Finale um die deutsche Meisterschaft und wurde viermal Pokalsieger. Herrsching etablierte sich in den letzten fünf Jahren als ambitionierter Bundesligist, der regelmäßig um die vorderen Plätze mitspielte.
Gemeinsam aus dem Mittelmaß herauswachsen
Max Hauser erkannte die Notwendigkeit zur Veränderung: „Die grobe Idee hatte ich schon länger. Es gibt aktuell drei Bundesligisten im Volleyball in und um München. Das ist einfach ein bisschen viel.“ Nach einem Telefonat im Dezember fand die Fusionsidee bei Unterhaching schnell Zustimmung.
Paduretu erklärte die Münchner Mentalität: „In München ist so: Entweder bist du richtig top oder sonst bist du eher außen vor.“ Hauser ergänzte: „Dazu haben wir hier eine große Chance eben mit den mehreren Regionen rund um München aber auch mit der Stadt München. Da ist riesiges Potenzial da. Wir wollen ein größeres Produkt sein und so dann auch sportlich die Top-3 angreifen.“
Fanreaktionen und gemeinsame Identität
Die Verantwortlichen zeigen sich optimistisch bezüglich der Fanakzeptanz. Paduretu betonte: „Man kann Volleyball nicht mit Fußball vergleichen. Beim Volleyball ist alles friedlich. Was ich bisher mitbekommen habe, sind die Fans alle eigentlich happy, dass es zu dieser Kooperation kommt.“
Dennoch steht die Entwicklung einer gemeinsamen Identität im Fokus. Hauser verwies auf die markante Marketingstrategie von Herrsching: „Es ist so, dass sich Herrsching schon durch dieses sehr provokante, moderne Marketing sehr hervorgetan hat: Sei es die Lederhosentrikots, sei es der Slogan ‚Geilster Club der Welt‘, sei es der König beim Heimspiel.“
Besondere Aufmerksamkeit erhält das Design des neuen Trikots: „Auf jeden Fall muss erstmal ein sehr gutes Lederhosentrikot her. Wichtig ist, dass das Trikot auch beide Vereine widerspiegelt. Was ich gesehen habe, wird es das beste Lederhosentrikot, was wir bisher hatten.“
Das Münchner Volleyball-Potenzial
Die größte Herausforderung wird die Gewinnung des Münchner Publikums sein. Während die kleinen Hallen in Herrsching und Unterhaching regelmäßig gut besucht sind, gestaltet sich die Anziehungskraft bei Eventspielen im großen BMW Park schwieriger.
Hauser analysiert: „Das Münchner Eventpublikum ist schwierig und hart umkämpft. Da merken wir schon, dass es schwer sein kann dieses Eventpublikum abzuholen, wenn parallel in der Stadt unter der Woche noch vier andere große Sportevents stattfinden.“
Dennoch sehen beide Geschäftsführer enormes Potenzial. Paduretu verweist auf die Popularität des Volleyballsports in Bayern: „Ich bin mir sicher, dass es genug Platz für Volleyball gibt. München ist groß. Es gibt in Bayern mehr Menschen, die Volleyball spielen, als Menschen, die Eishockey oder Basketball spielen.“
Hauser beschreibt die Situation treffend: „Wenn man da mit dem richtigen Marketing rangeht und versucht den Sport richtig zu pushen, dann ist der Volleyball in München sogar ein schlafender Riese, der nur geweckt werden muss.“ Er verweist auf die zahlreichen Volleyball- und Beachvolleyballplätze in der Stadt, die regelmäßig gut frequentiert sind.
Erfolg als Publikumsmagnet
Paduretu hat aus der Generali-Zeit in Unterhaching wertvolle Erfahrungen mitgenommen: „Das habe ich auch damals während der Generali-Zeit festgestellt. Sobald wir Finals gespielt haben und Pokale gewonnen haben, war auch die Aufmerksamkeit sehr groß. Da war die Arena hier in Unterhaching immer voll und da wollen wir jetzt wieder hinkommen.“
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Geschäftsführern gestaltet sich bereits jetzt äußerst produktiv. Hauser lobt seinen Kollegen: „Mihai hat wirklich sehr viel Ahnung von dem Business. Das ist auch das erste Mal für mich, dass da jemand ist, mit dem man gut reden kann und dem man das Business wirklich gar nicht erklären muss.“
Die Fusion der WWK Volleys München markiert einen bedeutenden Schritt im deutschen Volleyball. Mit klaren sportlichen Zielen, einer durchdachten Marketingstrategie und der Nutzung des großen Münchner Potenzials wollen die Verantwortlichen eine neue Erfolgsära einläuten und den Volleyball in der bayerischen Landeshauptstadt nachhaltig etablieren.



