Biathlon-Legende Jakov Fak vollzieht unerwartete Kehrtwende
In einer überraschenden Wendung hat der slowenische Biathlon-Star Jakov Fak seinen geplanten Rücktritt vom Leistungssport revidiert. Der 38-jährige Routinier, der eigentlich seine Karriere beenden wollte, hat sich entschieden, noch eine weitere Saison an den Start zu gehen. Diese Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, da die Biathlon-Welt Abschied von anderen langjährigen Größen wie Franziska Preuß oder Dorothea Wierer nehmen muss.
Von der Verabschiedung zur Rückkehr
Fak hatte ursprünglich im vorletzten Winter sein Karriereende angekündigt. Beim Weltcup in Pokljuka 2024/25 erklärte er, dies sei sein letzter Wettkampf vor heimischem Publikum. Der Plan sah vor, die olympische Saison 2025/26 noch mitzunehmen und dann den Rückzug anzutreten. Doch der abgelaufene Winter verlief für den erfahrenen Athleten überhaupt nicht nach Plan.
Nach den ersten beiden Weltcup-Wochenenden musste sich Fak einer Knieoperation unterziehen und kehrte erst bei den Olympischen Spielen in Antholz zurück. Dort zeigte er mit Platz 14 in der Verfolgung und Rang 16 im Massenstart immerhin punktuelle Stärken. Sein bestes Saisonergebnis erzielte er beim Weltcup in Kontiolahti mit einem siebten Platz im Einzel.
Unzufriedenheit als Treiber für Fortsetzung
„Es gab nur wenige Lichtblicke im vergangenen Winter“, resümierte Fak im slowenischen Fernsehen. Der Athlet haderte mit seiner Leistung: „Wenn man nicht so laufen kann wie beispielsweise in der Saison zuvor, ist es auch schwieriger, die Ziele zu treffen. Man ist nicht so entspannt, wie man sein könnte.“
Genau diese Unzufriedenheit mit den eigenen Ergebnissen wurde zum Antrieb für die Fortsetzung seiner Karriere. „Ich suche nach Möglichkeiten, meinen Körper weiter zu verbessern, damit ich im nächsten Winter noch besser vorbereitet und wettbewerbsfähiger bin. Wenn man mit den Ergebnissen nicht zufrieden ist, muss man nach seinen Reserven suchen“, erklärte der Slowene entschlossen.
Herausforderungen und Ambitionen
Zwar spürt Fak die Nachwirkungen seiner Knieverletzung noch immer, doch bis zur intensiven Phase der Saisonvorbereitung bleibt noch Zeit für Regeneration und Training. Der gebürtige Kroate, der seit 2010/11 für Slowenien antritt, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück:
- WM-Gold im Massenstart 2015
- Zwei olympische Einzelmedaillen 2010 und 2018
- Dritter Platz im Gesamtweltcup 2014/15
- Neun Weltcup-Siege insgesamt
Seinen letzten Sieg feierte Fak im März 2025 im Kurz-Einzel von Pokljuka – nach zehn sieglosen Jahren ein besonderer Moment. Nun will der erfahrene Athlet beweisen, dass er noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten angelangt ist und seine wahrscheinlich letzte Saison mit voller Hingabe bestreiten.



