Odermatts unerwartetes Aus öffnet Braathen den Weg zum Triumph
Beim finalen Riesenslalom der alpinen Ski-Weltcup-Saison in Hafjell kam es zu einer überraschenden Wendung, die die kleine Kristallkugel neu verteilte. Der dominierende Schweizer Marco Odermatt, der bereits den Gesamtweltcup zum fünften Mal in Folge gewonnen hatte, schied im ersten Lauf nach einer allzu riskanten Fahrt aus und überließ damit das Feld seinem ärgsten Verfolger.
Braathen nutzt seine Chance mit Bravour
Lucas Pinheiro Braathen aus Brasilien, der als Olympiasieger mit 48 Punkten Rückstand ins Rennen gegangen war, ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Der gebürtige Norweger zeigte eine herausragende Leistung und gewann das Rennen vor dem Schweizer Loic Meillard, der mit 0,58 Sekunden Rückstand den zweiten Platz belegte. Dieser Sieg verschaffte Braathen am Ende einen Vorsprung von 52 Punkten auf Odermatt in der Riesenslalom-Wertung und damit die begehrte kleine Kristallkugel.
Für Braathen bedeutet dieser Triumph den zweiten Disziplinen-Weltcup seiner Karriere, nachdem er bereits 2023 den Slalom-Weltcup gewonnen hatte. Die Szene am Fuße der norwegischen „Olympia-loypa“ zeigte einen betretenen Odermatt, der sich seinem unerwarteten Schicksal fügen musste, während Braathen den Lohn für seine konstante Saisonleistung einstrich.
Deutsches Trio glänzt mit Karrierebestleistungen
Neben dem spannenden Duell an der Spitze überzeugten vor allem die deutschen Skifahrer mit starken Abschlussleistungen. Anton Grammel erreichte zeitgleich mit dem Österreicher Joshua Sturm den siebten Platz und damit das beste Resultat seiner bisherigen Karriere. Fabian Gratz, der nach dem ersten Lauf noch auf dem vierten Platz lag und somit Podiumschancen hatte, beendete das Rennen auf Rang zehn.
Ebenfalls einen Karrierehöhepunkt feierte Jonas Stockinger, der zeitgleich mit dem französischen Skistar Alexis Pinturault den elften Platz erreichte. Für Pinturault, der 2021 als letzter Sieger vor Odermatts Dominanz sowohl den Gesamtweltcup als auch den Riesenslalom-Weltcup gewonnen hatte, war dies das letzte Rennen seiner langen und erfolgreichen Karriere.
Odermatts beeindruckende Saisonbilanz
Trotz des enttäuschenden Ausfalls im letzten Riesenslalom blickt Marco Odermatt auf eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison zurück. Der Schweizer gewann nicht nur den Gesamtweltcup zum fünften Mal in Folge, sondern sicherte sich auch die kleinen Kristallkugeln in der Abfahrt und im Super-G. In der Abfahrtswertung belegte er in diesem Winter zum dritten Mal nacheinander den ersten Platz, im Super-G sogar zum vierten Mal in Serie.
Seine Dominanz im Riesenslalom, wo er die kleine Kristallkugel zuvor viermal hintereinander gewonnen hatte, wurde durch das unerwartete Aus in Hafjell unterbrochen. Dennoch bleibt Odermatt die unbestrittene Nummer eins im alpinen Skisport, während Braathen mit seinem Sieg bewies, dass er in der Lage ist, jede Gelegenheit konsequent zu nutzen.



