Historischer Olympiasieg: Guillaume Cizeron gewinnt viertes Eistanz-Gold mit vierter Partnerin
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien hat der französische Eistänzer Guillaume Cizeron einen beispiellosen Rekord aufgestellt. Der 31-Jährige sicherte sich mit seiner aktuellen Partnerin Laurence Fournier Beaudry die Goldmedaille im Eistanz und schrieb damit Olympiageschichte. Es ist bereits sein vierter Olympiasieg in dieser Disziplin, und das Besondere daran: Jedes Mal erreichte er das Gold mit einer anderen Sportlerin an seiner Seite. Ein solcher Erfolg ist im Eiskunstlauf bisher einzigartig und unterstreicht Cizerons außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit und sportliche Klasse.
Umstrittene Bewertungen und ein Patzer führen zum Sieg
Mit der gebürtigen Kanadierin Fournier Beaudry, die erst seit wenigen Monaten die französische Staatsbürgerschaft besitzt, gelang es Cizeron, die in den vergangenen Jahren dominierenden US-Stars Madison Chock und Evan Bates auf den zweiten Platz zu verweisen. Der Sieg war jedoch nicht ohne Kontroversen: Trotz eines eigenen Patzers während der Kür und nach umstrittenen Bewertungen der Jury konnte das Duo die Konkurrenz hinter sich lassen. Die Leistung von Cizeron und Fournier Beaudry zeigte einmal mehr, dass Erfahrung und Präzision im Eistanz entscheidend sind, auch wenn nicht jede Bewegung perfekt ausfällt.
Kontroversen um Ex-Partnerinnen trüben den Triumph
Allerdings wird der historische Erfolg von Schatten aus der Vergangenheit begleitet. Im vergangenen Monat veröffentlichte Cizerons frühere Eistanzpartnerin Gabriella Papadakis, mit der er 2022 in Peking Gold gewann, ein Buch. Darin beschreibt sie ihre Beziehung zu Cizeron als geprägt von einem starken Gefälle und kontrollierendem Verhalten. Sie schrieb von einem fordernden Partner, der keine Augenhöhe zuließ. Cizeron wies diese Vorwürfe als "Schmutzkampagne" zurück und kritisierte den Zeitpunkt der Veröffentlichung kurz vor den Winterspielen scharf.
Brisante Vorgeschichte auch bei Fournier Beaudry
Auch die aktuelle Partnerin Fournier Beaudry ist in Kontroversen verwickelt. Ihr früherer Eistanzpartner Nikolaj Sørensen, der laut Berichten auch ihr aktueller Lebenspartner ist, wurde 2024 nach einer Untersuchung wegen des Vorwurfs der sexuellen Misshandlung von der kanadischen Sportintegritätsbehörde für sechs Jahre gesperrt. Sørensen soll demnach 2012 eine US-Eiskunstlauftrainerin und frühere Läuferin sexuell missbraucht haben. Fournier Beaudry betonte stets die Unschuld Sørensens. Im Juni des vergangenen Jahres wurde die Sperre aus Zuständigkeitsgründen aufgehoben, da Sørensen zu dem Zeitpunkt weder kanadischer Staatsbürger noch für das kanadische Team aktiv war. Der Fall bleibt jedoch weiterhin in der Schwebe und wirft Fragen über die Integrität im Sport auf.
Insgesamt markiert Cizerons vierter Olympiasieg im Eistanz einen Meilenstein in der Sportgeschichte, doch die begleitenden Kontroversen zeigen, dass auch hinter glänzenden Medaillen komplexe persönliche Geschichten stehen. Die Winterspiele 2026 werden nicht nur für ihre sportlichen Höhepunkte, sondern auch für diese aufwühlenden Nebenschauplätze in Erinnerung bleiben.



