Deutsche Rodel-Erfolgsserie setzt sich fort: Silber und Bronze im Doppelsitzer
Deutsche Rodel-Erfolgsserie: Silber und Bronze im Doppelsitzer

Deutsche Rodel-Erfolgsserie setzt sich mit Edelmetall fort

Die deutschen Rodel-Festspiele bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo gehen erfolgreich weiter. Nach den Olympiasiegen von Max Langenhan und Julia Taubitz konnten die deutschen Athleten nun auch in den hochspannenden Doppelsitzer-Wettbewerben überzeugen und weitere Medaillen erringen.

Silber für Eitberger und Matschina bei historischem Debüt

Den Auftakt machten am Mittwoch Dajana Eitberger und Magdalena Matschina, die mit einer starken Leistung die Silbermedaille gewannen. Nur knappe 0,12 Sekunden fehlten dem Duo zum Olympiagold. Dieser Wettkampf war historisch, denn 62 Jahre nach dem Olympia-Debüt der Männer in Innsbruck/Igls gingen erstmals Frauen im Doppelsitzer bei Winterspielen an den Start.

Die 35-jährige Eitberger vom RC Ilmenau und ihre 15 Jahre jüngere Partnerin Matschina vom SV Bad Feilnbach mussten sich lediglich den überragenden Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer geschlagen geben. Die favorisierten Weltmeisterinnen Selina Egle und Lara Kipp aus Österreich sicherten sich Bronze.

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Eitberger zeigte sich nach dem Rennen emotional bewegt: "Es ging schon beim Aufstehen los. Ich war heute sehr emotional, ich habe im Zehn-Minuten-Takt nur geheult. Ich habe die letzten acht Jahre Revue passieren lassen", erklärte die Rodlerin in der ARD. Die erfahrene Athletin hatte bereits 2018 in Pyeongchang Silber hinter Natalie Geisenberger im Einsitzer geholt und kehrte nach einer Baby-Pause erfolgreich zurück.

Bronze für das Erfolgsduo Wendl und Arlt

Im Anschluss sicherten sich Tobias Wendl und Tobias Arlt die Bronzemedaille im Männer-Doppelsitzer. Das erfolgreiche Duo verbesserte sich vom fünften auf den dritten Platz und sammelte damit die nächste olympische Medaille. Zwar erfüllte sich der Traum vom siebten Olympiagold nicht, doch die Freude war groß.

"Das ist nicht in Worte zu fassen. Diese Bronzemedaille bedeutet uns alles. Fast mehr als die anderen, weil es so wichtig war", betonte Wendl nach dem Rennen. Arlt fügte hinzu: "Die ist so wertvoll, besser als Holz." Die Medaille sicherte dem Duo zudem einen Startplatz im bevorstehenden Teamwettbewerb.

In einem äußerst knappen Wettkampf im neu gebauten Cortina Sliding Centre hatten Wendl und Arlt nur 0,09 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner. Platz zwei sicherten sich die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl.

Italienischer Abend in Cortina d'Ampezzo

Der Wettkampftag entwickelte sich zu einem italienischen Abend in Cortina. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern siegten die Gastgeber. Eitberger und Matschina gaben zwar alles, doch ihre Zeiten wurden von den Italienerinnen jeweils getoppt.

Matschina beschrieb die Nervosität vor dem Rennen: "Ich war sau-nervös oben am Start bei beiden Läufen. Mir war es im Endeffekt scheißegal, was unten rauskommt. Ich wollte einfach nur Spaß haben." Das Duo hatte bei der Olympia-Generalprobe in Oberhof noch einen Sturz erlitten, doch sie ließen sich nicht entmutigen.

Besondere Umstände und persönliche Geschichten

Insgesamt waren nur elf Teams an den Start gegangen, da das Internationale Olympische Komitee nur eine Mannschaft je Nation zugelassen hatte. Dies hatte zur Folge, dass die WM-Zweiten und Europameister Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal nicht teilnehmen durften.

Eitberger erklärte ihr Erfolgsrezept: "Den Schlüssel auch mal 'in die Ecke stellen, um hungrig zu bleiben'". Das Duo zog sich nach Berchtesgaden zurück, "zum Schlemmen, Relaxen und Spaß haben". Den Sturz in Oberhof bezeichnete Eitberger als "Wachrüttler für uns, um das Momentum wieder nach oben zu schrauben".

Partnerin Matschina blieb zuversichtlich: "Wir wissen, dass wir in Cortina fahren können." Immerhin hatte das Duo beim Testevent Ende November auf der neu gebauten Bahn im Cortina Sliding Centre gesiegt.

Mit diesen Erfolgen hat das deutsche Team nun bereits vier Medaillen aus vier Rennen in Cortina d'Ampezzo eingesammelt. Der Medaillenrausch könnte am Donnerstag im Teamwettbewerb seine Fortsetzung finden und die deutsche Rodel-Erfolgsserie weiterführen.

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