Felix Neureuther: Selbstüberschätzung führte zu Kreuzbandriss
Neureuther: Selbstüberschätzung führte zu Kreuzbandriss

Felix Neureuther blickt wehmütig auf das Jahr 2017 zurück. Der einstige Skirennläufer schoss übers Ziel hinaus, was schmerzhafte Folgen mit sich zog. Diese verpassten ihm einen Denkzettel, wie er jetzt betont.

Der 42-jährige Neureuther hat einen großen Kampfgeist, der ihm zu Erfolgen im Skisport verhalf. Doch als Sportler gilt es auch, seine Grenzen zu kennen – wann kann zu viel Ehrgeiz zur Gefahr werden? Neureuther blickt jetzt auf einen Moment zurück, in dem er es versäumte, auf seinen Körper zu hören. Welche Lehre zog der Bayer daraus?

Felix Neureuther: „Wenn es sein muss, kann ich mir die Lichter ausschießen“

Schon in jungen Jahren wollte Felix Neureuther auf der Skipiste Bestleistungen vollbringen. Der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther erzählt im Podcast „Pizza & Pommes“ über das Ausmaß seines Kampfgeistes: „Ich war als Kind schon so. Es gibt ja Menschen, die können sich verausgaben bis zur Erschöpfung. [...] Dann gibt's welche, die können das machen, bis sie sich übergeben. Und dann gibt's auch Menschen, die können sich verausgaben, bis sie in Ohnmacht fallen. Und ich bin so ein Typ, ich kann mich verausgaben, bis es mir schwarz vor Augen wird.“ Auch heute – als vierfacher Vater und Familienmensch – könne Neureuther in den verschiedensten Situationen noch immer bis ans Limit gehen: „Das kommt nicht häufig vor. Aber wenn es sein muss, kann ich mir so die Lichter ausschießen, dass es brutaler nicht mehr geht.“

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Selbstüberschätzung bei Felix Neureuther: „Knie explodiert“

Grundsätzlich habe der einstige Skirennfahrer gelernt, seine Grenzen zu kennen. Doch an diesen Punkt zu kommen, sei „ein Prozess“ gewesen. Er spricht davon, wie die eigene Selbstüberschätzung schnell gefährlich werden könne. Wenn man „einmal an einen Punkt“ gelange, an dem man sich „unbesiegbar und unzerstörbar“ fühle, sei die Chance höher, eigene Belastungsgrenzen zu ignorieren. Neureuther erinnert sich an einen bestimmten Moment zurück: „Das hatte ich bei der Olympia-Saison 2017/2018. Da war ich so in Form und im Training schon sehr schnell unterwegs, was ich eigentlich nie war.“ 2017, während der Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang, habe der 42-Jährige „die Grenzen so ausgereizt, dass auf einmal mein Knie explodiert“ sei. Neureuther spielt auf seinen Kreuzbandriss im linken Knie an, der dazu führte, dass er sich einer OP unterzog und an den Olympischen Winterspielen nicht teilnehmen konnte.

Eingeständnis: „Ich hab's einfach völlig übertrieben“

Neureuther gesteht sich heute ein: „Ich hab's einfach völlig übertrieben.“ Sein vorzeitiges Olympia-Aus hat ihm offenbar einen Denkzettel verpasst: „Das ist so eine Justierung, die du brauchst, dass du dann nicht auf einmal über das Ziel hinausschießt.“ Seine letzten Rennen als Skifahrer bestritt der gebürtige Bayer im Rahmen des Ski Alpin Weltcups 2019 in Soldeu. Im selben Jahr gab Felix Neureuther am 17. März sein Karriereende bekannt.

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