Olympia-Abschied in Verona: Deutsche Athleten feiern Schlussfeier in historischer Arena
Olympia-Abschied in Verona: Deutsche Athleten bei Schlussfeier

Historische Kulisse für den olympischen Abschied

Arrivederci Italien, au revoir 2030 in Frankreich: Nach dem spektakulären Sportfest auf Schnee und Eis haben sich die Athletinnen und Athleten bei der farbenfrohen Schlussfeier in der fast 2000 Jahre alten Arena von Verona von den Olympischen Winterspielen verabschiedet. Erstmals in der Geschichte der Winterspiele fand die Abschlusszeremonie an einem Ort statt, an dem überhaupt keine Wettbewerbe ausgetragen wurden – weder in den offiziellen Gastgeberstädten Mailand und Cortina d'Ampezzo noch an einem anderen Austragungsort.

Deutsche Fahnenträger im Rampenlicht

Bei der traditionellen Parade der Nationen liefen die Rennrodler und Goldmedaillen-Gewinner Tobias Wendl und Tobias Arlt als deutsche Fahnenträger in das antike Amphitheater ein. Die Doppelsitzer-Athleten hielten die Stange der deutschen Flagge gemeinsam und demonstrierten auch bei dieser symbolträchtigen Aufgabe ihre perfekte Teamharmonie. Das Duo hatte bei seinen letzten Olympischen Spielen Bronze im Doppelsitzer sowie Gold in der Team-Staffel errungen und zählt mit insgesamt sieben Gold- und einer Bronzemedaille zu den erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken aller Zeiten.

Opernhaftes Spektakel in der Arena

Die fast 2000 Jahre alte Arena von Verona, die durch ihre großartigen Opern-Aufführungen im Sommer weltberühmt ist, bot die perfekte Kulisse für den feierlichen Abschluss. Entsprechend begann die Zeremonie mit einer Hommage an die italienische Oper. Ein Einspielfilm mit dem Titel „A Night at the Opera“ präsentierte berühmte Figuren aus Opern wie Giuseppe Verdis „Aida“ und „Rigoletto“, die dann plötzlich live auf der Bühne erschienen. Die opulente Show vor mehr als 8.000 begeisterten Zuschauern wurde in zahlreiche Länder live übertragen.

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Internationaler Applaus für Italien

Obwohl die Wettbewerbe auf so viele Austragungsorte verteilt waren wie noch nie bei Olympischen Winterspielen, erntete Gastgeber Italien international viel Anerkennung und Beifall. Auch die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, fand bereits kurz vor der Schlussfeier lobende Worte für die Organisatoren. „Ich glaube nicht, dass man diese Spiele verlassen kann, ohne von dem, was wir bei den Wettkämpfen gesehen haben, inspiriert zu sein“, betonte Coventry. Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, wobei etwa 150.000 ungenutzt blieben.

Deutsches Team mit gemischten Gefühlen

Für das deutsche Team bedeuteten die Spiele 26 Medaillen, davon acht in Gold – eine weniger als noch vor vier Jahren in Peking. Ohne die Erfolge im Eiskanal bei Rodeln, Bob und Skeleton hätte die Bilanz deutlich schlechter ausgefallen. Bei der Schlussfeier in Verona waren von dem Rekordaufgebot von 185 deutschen Athletinnen und Athleten nur noch knapp 20 anwesend, die meisten waren bereits abgereist. Die verbliebenen Sportler zeigten jedoch vollen Einsatz: Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel führte sogar eine spektakuläre Hebefigur auf.

Ausblick auf zukünftige Spiele

Die nächsten Olympischen Winterspiele finden in vier Jahren in den französischen Alpen statt, während 2028 bereits die Sommerspiele in Los Angeles auf dem Programm stehen. In Deutschland hoffen einige nun darauf, dass eine mögliche Bewerbung für die Sommerspiele 2036 oder 2040 neuen Schwung in den olympischen Sport bringen könnte. Dabei könnte es zu einer interessanten Konkurrenzsituation mit dem aktuellen Gastgeber Italien kommen, wo intensiv erwogen wird, mit der Hauptstadt Rom – Austragungsort der Spiele 1960 – erneut ins Rennen zu gehen.

Kritik und Kontroversen

Nicht alle Stimmen waren ausschließlich positiv: Am Sonntag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Verona gegen die Olympischen Spiele. Die Kritik richtet sich unter anderem dagegen, dass trotz anderslautender Versprechungen Sportstätten wie der Eiskanal in Cortina völlig neu gebaut oder enorm ausgebaut wurden wie das Biathlon-Stadion in Antholz in Südtirol. Die Veranstalter hatten ursprünglich zugesagt, die „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“ zu organisieren. Ob dieses ambitionierte Ziel tatsächlich erreicht wurde, wird sich erst in der Nachbetrachtung zeigen.

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Mit dem feierlichen Erlöschen der olympischen Flamme endete eine Ära für viele Athleten – und besonders für die deutschen Fahnenträger Tobias Wendl und Tobias Arlt, die sich nach herausragenden Karrieren von den Olympischen Spielen verabschiedeten. Die historische Arena von Verona bot dabei einen würdigen Rahmen für diesen emotionalen Abschied von den Winterspielen 2026.