Paralympisches Feuer in Norditalien erloschen: Winterspiele gehen zu Ende
Nach dem Abschluss der Olympischen Spiele sind nun auch die 14. Paralympischen Winterspiele in Norditalien offiziell beendet worden. Die Schlusszeremonie fand am Sonntagabend im Curling Stadium von Cortina d'Ampezzo statt, wo um 22:08 Uhr das paralympische Feuer erlosch. Dieses wird erst in 884 Tagen bei den kommenden Sommerspielen in Los Angeles vom 15. bis 27. August 2028 wieder entzündet werden.
Deutsche Mannschaft mit historisch schwachem Abschneiden
Für das deutsche Team endeten die Spiele mit einem denkwürdig schlechten Ergebnis. Im Medaillenspiegel belegte Deutschland lediglich den elften Platz – die bislang schwächste Platzierung in der Geschichte der paralympischen Winterspiele. Einziger Lichtblick war die Monoskifahrerin Anna-Lena Forster, die zwei Goldmedaillen gewann. Insgesamt holten die Athletinnen und Athleten des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) sechs Silber- und neun Bronzemedaillen.
Die bisherigen Negativrekorde stammten aus dem Jahr 1980, als Deutschland bei den zweiten Winterspielen im finnischen Geilo drei Goldmedaillen errang und den siebten Platz belegte. Trotz dieser enttäuschenden Bilanz zog der DBS eine überwiegend positive Gesamtbewertung. Chef de Mission Marc Möllmann betonte, dass die Mannschaft bei der Gesamtzahl der Medaillen immerhin den vierten Rang erreicht habe und damit im „Zielkorridor“ liege.
Politische Spannungen überschatteten die Spiele
Die Winterspiele in Mailand und Cortina standen im Schatten mehrerer politischer Konflikte. Besonders kontrovers war die Rückkehr Russlands in den internationalen Sport unter eigener Flagge, obwohl der Angriffskrieg in der Ukraine andauert. Zusätzlich belastete der kurzfristig eskalierte Nahostkrieg die Atmosphäre. Aus Protest gegen diese Entwicklungen boykottierte die deutsche Mannschaft die Eröffnungsfeier in Verona, und auch die Ukraine blieb der Abschlusszeremonie fern.
Dennoch hob IPC-Präsident Andrew Parsons die verbindende Kraft des Sports hervor. Er bezeichnete die Spiele als „rekordverdächtigen Erfolg“ mit mehr Athleten, Nationen und Frauen sowie einer umfangreicheren weltweiten Berichterstattung als je zuvor. Die Athleten hätten durch ihre Leistungen Herzen erobert, Einstellungen verändert und Vorurteile in Frage gestellt.
Bei der Schlussfeier trugen Skirennfahrerin Andrea Rothfuss und Snowboarder Christian Schmiedt die deutsche Fahne ins Stadion. Die Veranstaltung markierte das Ende einer sportlich anspruchsvollen und politisch aufgeladenen Austragung, die trotz aller Widrigkeiten die Stärke und den Zusammenhalt der paralympischen Gemeinschaft unter Beweis stellte.



