Nach Gold-Glanz: Raimund peilt nächste Olympia-Medaille an
Nur wenige Stunden nach seinem historischen Olympiasieg steht Philipp Raimund bereits wieder im Fokus der deutschen Skisprung-Hoffnungen. Der 25-jährige Sensationssieger von Predazzo will am heutigen Wettkampftag im Mixed-Team erneut für Edelmetall sorgen. Das deutsche Quartett mit Felix Hoffmann, Selina Freitag und Agnes Reisch tritt um 18.45 Uhr im italienischen Wintersportort an.
Bier-Bremse für den Goldjungen
Bundestrainer Stefan Horngacher hatte nach dem Triumph klare Vorstellungen für die Feierlichkeiten. Mit einem Augenzwinkern erklärte der Österreicher: "Die Trainer zwei, die Athleten eins" – gemeint sind die erlaubten Biere. Teamkollege Pius Paschke, der heute nicht antritt, vermutete bereits: "Ich tippe, dass der ein oder andere Trainer eins mehr trinkt. Ich vielleicht auch."
Für Raimund selbst gilt jedoch zunächst Zurückhaltung. "Nach morgen ist mal kurz ne Pause und da werde ich mir nicht nur ein Bier gönnen", verriet der Olympiasieger. Zuvor will er im Mixed-Team voll konzentriert sein: "Da schaue ich auch, dass wir da nochmal mit-performen können."
Letzter Normalschanzen-Wettkampf vor Großschanze
Das Mixed-Team-Event markiert den letzten Wettbewerb auf der Normalschanze bei diesen Olympischen Winterspielen. Erst am 14. Februar geht es auf der Großschanze weiter – eine Disziplin, in der Raimund laut Horngacher ebenfalls Potenzial hat: "Da ist er auch schon Dritter gewesen im Sommer. Die kann er auch."
Für den scheidenden Bundestrainer, der nach dieser Saison sein Amt niederlegt, hat Raimunds Golderfolg besondere Bedeutung. "Für mich zum Abschied als Bundestrainer eins der schönsten Geschenke, was der Philipp mir gemacht hat", gestand Horngacher emotional.
Von Streitgesprächen zu olympischem Gold
Die Beziehung zwischen Trainer und Athlet war nicht immer konfliktfrei. Horngacher berichtete offen: "Wir haben auch schon ein richtiges Streitgespräch gehabt. Da hat's richtig gescheppert. Aber das war auch gut. Das war wichtig." Mittlerweile habe sich ein produktives Vertrauensverhältnis entwickelt: "Ich habe auch lernen müssen, mit ihm umzugehen. Aber ich kann jetzt richtig gut mit ihm."
Der Bundestrainer lobte Raimunds außergewöhnliche Fähigkeiten: "Er ist athletisch extrem gut. Er hat eine Wahnsinns-Technik, die ganz wenige springen können." Und fügte charakterlich hinzu: "Er ist ganz ein feiner Typ, ganz ein feiner Mensch – und ein wahnsinniger Sportler."
Auftrieb für die deutsche Skisprung-Welt
Der Golderfolg gibt dem gesamten deutschen Skisprung-Team neuen Schwung. "Es sind jetzt noch drei Wettkämpfe. Vielleicht kommt ja noch was dazu", hofft Horngacher. Entscheidend sei jedoch die Signalwirkung: "Das gibt Auftrieb für die ganze Skisprung-Welt in Deutschland. Das ist wichtig."
Während die Konkurrenz bereits über Raimunds Doppel-Erfolg spekuliert, bleibt der Olympiasieger selbst bescheiden, aber zielstrebig. Nach dem heutigen Mixed-Event könnte die versprochene Bier-Pause dann doch etwas länger ausfallen – vorausgesetzt, das deutsche Team schafft den erhofften Podestplatz.



