Großes Fest und emotionale Abschiede beim Skisprung-Saisonfinale
Über 26.000 begeisterte Fans feierten am Fuß der gigantischen Schanze von Planica ein rauschendes Skiflug-Fest zum Abschluss der Wintersaison. Die Atmosphäre war geprägt von ausgelassener Partystimmung und zugleich bewegenden Abschieden, die das Ende einer Ära markierten.
Horngachers letzter Auftritt als Bundestrainer
Stefan Horngacher umarmte auf dem Trainerturm zum letzten Mal in seiner Funktion als Bundestrainer die Kollegen. "Es ist natürlich schon emotional. Es war eine lange schöne Zeit", resümierte der 56-Jährige nach seinem finalen Wettkampf. Horst Hüttel, Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), zog eine positive Bilanz der vergangenen sieben Jahre unter Horngachers Leitung: "In Summe Schulnote zwei, würde ich sagen." Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen hatte das Team unter ihm Gold, Silber und Bronze errungen, doch der ersehnte Vierschanzentourneesieg blieb aus.
Gemischte Bilanz für deutsche Springer
Für die deutschen Athleten endete die Saison ähnlich wie viele Wochenenden zuvor: Ganz vorne reichte es nicht. Karl Geiger belegte als bester Deutscher Rang acht, Andreas Wellinger wurde Elfter. Olympiasieger Philipp Raimund, der in der Saisonwertung als Siebter der stärkste DSV-Adler war, landete nur auf Platz 28. "Die Flüge - vor allem bei Olympia - waren phänomenal", sagte Raimund dennoch gut gelaunt im ZDF. "Jetzt kann ich endlich die Beine hochlegen. Es war echt zäh zum Ende." Horngacher selbst bewertete die Performance des Teams in dieser Saison als "nicht ganz ausreichend".
Abschiede von Legenden und Neuanfänge
Neben Horngacher beendeten weitere Größen ihre Karrieren. Die polnische Skisprung-Legende Kamil Stoch, dreifacher Tourneesieger, ließ sich vom begeisterten Publikum feiern, ebenso wie der Österreicher Manuel Fettner. Bereits am Samstag hatte sich Katharina Schmid, über Jahre beste deutsche Springerin, von der Weltcup-Bühne verabschiedet. "Schöner hätte ich es mir nicht vorstellen können", sagte die siebenmalige Weltmeisterin nach einer Sektdusche im Auslauf. Sie will künftig in Oberstdorf als Nachwuchstrainerin arbeiten.
Dominanz von Domen Prevc und Ausblick
Dominator der Saison war unbestritten Domen Prevc. Der 26-Jährige feierte in seiner Heimat nach einem Super-Winter mit Gesamtweltcup-Sieg, Vierschanzentournee-Triumph, zweifachem Olympia-Gold und dem Skiflug-Weltmeistertitel. Im letzten Wettkampf belegte er hinter dem Norweger Marius Lindvik Platz zwei. Für die deutschen Springer steht bereits fest, wer sie in der kommenden Saison als Chefcoach betreuen wird. "Ich glaube, dass das funktionieren wird. Das wird eine gute Sache", sagte Karl Geiger mit einem Lächeln. DSV-Sportdirektor Hüttel bat um "noch ein paar Tage Geduld" bis zur offiziellen Bekanntgabe.
Horngacher selbst blickt seinem Ruhestand mit Vorfreude entgegen: "Ich werde mit Sicherheit viel Gitarre spielen, viele Pilze sammeln und nebenher noch viel Rad fahren", verriet der Wahl-Schwarzwälder. Damit endet eine bewegende Ära im deutschen Skispringen, die in Planica mit einem großen Fest gebührend gefeiert wurde.



