Saros: Ein düsterer Planetentrip der Extraklasse
Am 30. April erscheint mit „Saros“ der lang erwartete Nachfolger des Roguelike-Shooters „Returnal“. Das finnische Entwicklerstudio Housemarque hat das Spielerlebnis deutlich verfeinert, zahlreiche neue Elemente integriert und das Game nahezu zu einem vollwertigen Third-Person-Shooter weiterentwickelt. Dennoch bleibt Saros seinen Wurzeln treu und präsentiert sich als wildes, herausforderndes Erlebnis, das sowohl Genre-Fans als auch Neulinge in seinen Bann zieht.
Die Geschichte: Eine Rettungsmission auf dem geheimnisvollen Planeten Carcosa
Die Handlung beginnt mit einer beeindruckenden Einführungssequenz: Auf dem fernen Planeten Carcosa wurde eine riesige Lagerstätte des seltenen Elements Lucenit entdeckt. Drei interstellare Missionen – Echelon I, II und III – wurden ausgesandt, um den Planeten zu erkunden und den Abbau des Rohstoffs vorzubereiten. Doch plötzlich reißt der Kontakt zu allen Missionen ab. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Arjun Devraj, einem sogenannten Enforcer der Soltari-Zivilisation. Offiziell soll er im Rahmen von Echelon IV die verschollenen Missionen aufspüren, doch in Wahrheit verfolgt er ein persönliches Ziel: Er will seine Partnerin Natiya finden, die mit Echelon III nach Carcosa gereist ist.
Die Welt von Carcosa ist weit mehr als nur eine Kulisse – sie ist eine Art Hauptfigur des Spiels. Typisch für ein Roguelike verändert und verzerrt sich die Umgebung mit jedem Durchlauf. Carcosa ist von Geheimnissen umgeben und übersät mit den Ruinen einer den Soltari weit überlegenen Zivilisation. Es ist eine sterbende, verfluchte Welt, deren Überreste an jeder Ecke Warnungen flüstern. Art Director Simone Silvestri beschreibt Carcosa als eine „gewalttätige Schönheit“, die sich wie ein echter Planet mit eigener Geschichte anfühlt. Acht erkundbare Biome mit völlig unterschiedlichen Designs und Gegnern warten darauf, entdeckt zu werden.
Gameplay: Rasante Kämpfe und taktische Tiefe
In Saros muss der Spieler rennen, sprinten und springen, um zu überleben. Horden von Monstern und Maschinen sorgen für ein beklemmendes Gefühl. Jedes Biom wird von sogenannten Alphas beherrscht, und riesige Level-Bosse – die gottgleichen Overlords – fordern den Spieler heraus, wenn er bereits glaubt, an seine Grenzen gestoßen zu sein. Der Tod ist ein fester Bestandteil des Spiels, wie es sich für einen Roguelike-Shooter gehört. Die Kämpfe erfordern präzises Manövrieren zwischen Energiekugeln, schnellen Laserstrahlen und Nahkampfangriffen. Der Spieler muss seinen Rhythmus beim Springen, Sprinten und Angreifen finden oder eine defensive Haltung mit dem Soltari-Schild einnehmen, das feindliche Energie absorbieren und zu einem mächtigen Gegenangriff bündeln kann.
Greifpunkte ermöglichen schnelle Positionswechsel, Sprungplattformen verschaffen Höhenvorteile, und freischaltbare Fähigkeiten erlauben es, Kugeln abzuwehren und den Weg freizuschießen. Gesammelte Ressourcen können in permanente Upgrades für Rüstung oder Schild investiert werden. Ein besonderes Feature ist die „Zweite Chance“ – eine freischaltbare Fähigkeit, die Arjun nach einem Treffer sofort wieder aufstehen lässt, anstatt zum Durchgang zurückzukehren. Dieses Feature wurde von Fans des Vorgängers „Returnal“ oft gefordert und gibt zusätzlichen Ansporn, schwierige Kämpfe durchzustehen.
Schwierigkeitsgrad anpassbar: Die Carcosa-Modifikatoren
Saros bietet mit den sogenannten Carcosa-Modifikatoren die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad auf verschiedenen Ebenen anzupassen. Allerdings ist dies ein Balanceakt: Jede Veränderung, etwa um den eigenen Schutz zu erhöhen, verschafft dem Gegner an anderer Stelle Vorteile. Hardcore-Spieler können die Herausforderung auf die Spitze treiben, indem sie sich absichtlich schwächen oder die schützenden Modifikatoren komplett deaktivieren. So bleibt das Spiel sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Spieler interessant.
Die Finsternis: Ein Game-Changer
Ein besonderes Ereignis in Saros ist die Finsternis, die an bestimmten Punkten eines Bioms über den Planeten hereinbricht. Carcosas typische Blau- und Grautöne verwandeln sich dann in ein höllisches Rot. Tentakel wachsen aus dem Fels, Gegner schlagen härter zu, und Projektile durchdringen plötzlich problemlos den Schild. Selbst Waffen und Fertigkeiten erleiden negative Nebenwirkungen, sodass der Spieler die Vor- und Nachteile neuer Gegenstände sorgfältig abwägen muss. Die Finsternis stellt alles auf den Kopf und hält den Spieler permanent in Atem.
Technische Umsetzung: Brillante Grafik und immersives Feedback
Saros wurde mit der Unreal Engine 5 für die PlayStation 5 Pro entwickelt und nutzt Sonys proprietäre Bildskalierungstechnologie PSSR2 für eine gestochen scharfe Darstellung bei stabilen 60 Bildern pro Sekunde. Der DualSense-5-Controller bietet Triggerwiderstand für verschiedene Angriffskombinationen bei halbem und vollem Druck. Darüber hinaus gibt es haptisches Feedback, das die Atmosphäre der jeweiligen Biome widerspiegelt. Geräusche wie das leise Flüstern des Unbekannten werden über den Controller-Lautsprecher ausgegeben und intensivieren das Eintauchen ins Spielgeschehen.
Fazit: Ein Meisterwerk des Genres
Saros ist ein einzigartiger Einzelspieler-Roguelike-Shooter mit einer fesselnden Geschichte in einer düsteren Sci-Fi-Welt, die an H.P. Lovecraft erinnert. Die einzelnen Durchläufe dauern 30 bis 45 Minuten und basieren auf bewährten, exzellenten Spielmechaniken. Während man seine Gegner besiegt, treibt einen immer stärker der Wunsch an, die Wahrheit zu ergründen: Was geschah mit der Zivilisation auf Carcosa? Wo sind die Mitglieder der verschollenen Echelon-Missionen? Und welche Rolle spielt Natiya in Arjuns Schicksal? Ganz gleich, welches Skill-Level man persönlich mitbringt – Housemarque hat die perfekte Bühne für alle Spieler geschaffen. Saros ist eine grandiose, geheimnisvolle Ballade und ein düsterer Planetentrip zugleich. Schon jetzt zählt es zu den besten Spielen dieses Jahres.
Saros erscheint am 30. April exklusiv für Sonys PlayStation 5. Der Preis liegt bei rund 80 Euro, die Altersfreigabe (USK) bei 16 Jahren.



