Der Weg zum Testgelände für die neue Waffe führt durch die niedersächsische Provinz, vorbei an Bauernhöfen und Pferdekoppeln. Marius Lammers steuert seinen Pick-up zügig durch die Idylle. Dann biegt er auf einen Feldweg ein und hält vor einem mit Stacheldraht bewehrten Stahltor. Der Ort soll auf seine Bitte geheim bleiben, Lammers fürchtet Spionage. Auch Schaulustige möchte er vermeiden.
Hinter der Barriere: Ein geheimer Testort
Hinter der Barriere geht es über eine abgenutzte Straße durch den Wald bis zu einer Lichtung. In den Kiefern ringsum zwitschern Vögel, am Boden brummt ein Dieselgenerator. Er liefert Strom für die etwa zwei Meter hohe graue Apparatur, die am Rand des Areals auf einem Anhänger steht: die Anti-Drohnen-Waffe. Das Auffälligste an ihr ist eine bläulich schimmernde, tellergroße Linse aus Glas. Durch sie treten Laserstrahlen aus, wenn es ernst wird.
Der Kopf hinter der Entwicklung
Lammers ist Chef des Hannoveraner Start-ups Inleap Photonics. Der 33-Jährige trägt eine dunkle Sportjacke, Jeans und Wanderschuhe. Er möchte mit seinem Team vorführen, wie sich unbemannte Flugobjekte abschießen lassen. Die Vorführung zeigt, wie der Laser präzise Drohnen erfasst und innerhalb von Sekunden unschädlich macht. Die Technologie könnte sowohl im zivilen Bereich, etwa zum Schutz von Flughäfen, als auch militärisch eingesetzt werden.
Die Entwicklung solcher Systeme ist angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen von großer Bedeutung. Inleap Photonics arbeitet daran, die Reichweite und Effizienz des Lasers weiter zu verbessern. Lammers betont, dass die Waffe nur gegen Drohnen und nicht gegen Menschen eingesetzt werden soll. Die Tests verliefen bisher erfolgreich, und das Start-up hofft auf baldige Serienreife.



