Japans Pappdrohne: Billig-Waffe für den Ernstfall
Japans Pappdrohne: Billig-Waffe für den Ernstfall

Japan testet eine ungewöhnliche Waffe: eine Drohne aus Pappe. Die sogenannte AirKamuy 150 besteht größtenteils aus wasserabweisender Wellpappe und kostet nur rund 2000 bis 2500 Dollar. Sie lässt sich in wenigen Minuten zusammenbauen und flach verpackt auf Paletten transportieren. Nach Herstellerangaben bleibt sie etwa 80 Minuten in der Luft und legt eine Strecke von rund 80 Kilometern zurück. Die japanische Marine nutzt erste Modelle bereits als Luftziele für Übungen.

Masse statt Klasse

Entscheidend ist nicht die einzelne Drohne, sondern die Masse. Während eine einfache Drohne oft nur ein paar Hundert Dollar kostet, liegt die Pappdrohne bei rund 2000 Dollar. Größere Kampfdrohnen wie die iranische Shahed kosten bereits mehrere Zehntausend. Das eigentliche Problem: Um solche Drohnen abzuschießen, werden Raketen eingesetzt, die selbst Hunderttausende Dollar kosten. Der Angreifer schickt viele billige Drohnen, der Verteidiger muss mit teuren Waffen reagieren.

Drohnenrevolution aus der Ukraine

Ein Blick in die Ukraine zeigt, wie real dieses Szenario längst ist. Drohnen sind dort zur wichtigsten Waffe des Krieges geworden. Beide Seiten setzen sie täglich ein, von einfachen FPV-Drohnen für wenige Hundert Dollar bis zu Langstreckensystemen für Angriffe tief im Hinterland. Auch Pappdrohnen kamen dort bereits zum Einsatz. Australien lieferte der Ukraine sogenannte Corvo-Drohnen aus Karton. Die Botschaft dahinter ist klar: Im Drohnenkrieg gewinnt nicht nur die bessere Technik, sondern vor allem der, der mehr davon hat.

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In großer Stückzahl eingesetzt, könnten solche Drohnen Gegner täuschen, Ziele aufklären oder Luftabwehrsysteme überlasten. Auch kleine Störsysteme oder begrenzte Sprengladungen wären denkbar. Die AirKamuy 150 ist ein Beispiel dafür, wie Krieg billiger werden könnte – zumindest für die Angreifer.

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