Helsing baut Drohnenfabrik in Hallbergmoos: 300 Jobs und Rüstungsstandort Bayern
Drohnenfabrik in Hallbergmoos: 300 Jobs für Bayern

Vom Acker zur Rüstungsfabrik: Drohnenhersteller Helsing baut in Hallbergmoos

Im Münchner Norden entsteht im Eiltempo eine neue Drohnenfabrik. Der Gemeinderat von Hallbergmoos im Landkreis Freising hat ein 45 Hektar großes "Sondergebiet Produktionsbetriebe der Landesverteidigung" beschlossen. Davon hat sich der Drohnen-Hersteller Helsing 25 Hektar gesichert. Auf zehn bis zwölf Hektar soll eine sogenannte "Resilienz Factory" mit einem "Technologiehub" errichtet werden. Die übrige Fläche ist für künftige Erweiterungen und Zulieferbetriebe vorgesehen.

300 neue Arbeitsplätze und dreistellige Millioneninvestition

Mit einer Investition im dreistelligen Millionenbereich plant Helsing, in Hallbergmoos 300 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Bürgermeister Benjamin Henn von den Freien Wählern bezeichnet die Fabrik als "erheblichen technologischen Gewinn" für die Region. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sicherte dem Projekt politische Rückendeckung zu und betonte, dass Bayern mit Geschwindigkeit bezahle, anstatt materielle Förderzusagen zu machen.

Der Gemeinderat der Speckgürtel-Kommune Hallbergmoos nahe dem Münchner Flughafen hatte bereits in einer Sondersitzung grundsätzlich grünes Licht für die Ansiedlung durch eine Änderung des Flächennutzungsplans gegeben. Bislang handelte es sich bei dem Gelände um landwirtschaftliche Flächen.

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Transparenz trotz geheimer Rüstungsstandorte

Der Begriff "Resilienz" bedeutet, dass die Rüstungsproduktion auch im Krisenfall aufrechterhalten werden soll. Normalerweise erfordert dies geheim gehaltene Standorte. Helsing-Geschäftsführer Wolfgang Gammel erklärte jedoch, dass in einer Demokratie die örtliche Bevölkerung nicht "mit vielen Fragezeichen" abgespeist werden könne. Daher sollen die Anwohner in einer Bürgerversammlung einbezogen werden, "damit sie nicht alles aus der Zeitung erfahren", so Aiwanger.

Helsing-Vertreter sicherten zudem zu, in Hallbergmoos weder mit Sprengstoff zu hantieren noch Drohnen fliegen zu lassen. Für Tests stünden anderweitige Gelände zur Verfügung.

Bayern als Rüstungsschmiede Deutschlands

Mit den Plänen stärkt Bayern sein Profil als Rüstungsschmiede der Bundesrepublik. Aiwanger betonte, dass von den bis 2030 geplanten Militärinvestitionen in Deutschland so viel wie möglich nach Bayern gelenkt werden solle. Der Freistaat beheimatet bereits 50.000 Beschäftigte und damit ein Drittel der deutschen Rüstungsindustrie. Das Helsing-Projekt in Hallbergmoos sei der "Lackmustest, ob funktioniert, was wir seit Monaten predigen", so der Minister.

Allerdings wird es nicht ganz so schnell gehen, wie zunächst erhofft. Zunächst müssen die Behörden einen geeigneten Bebauungsplan aufstellen, was bis zu ein Jahr dauern könnte.

Parallel laufende Drohnenentwicklung

Während die Planungen in Hallbergmoos voranschreiten, arbeitet Helsing am Standort Tussenhausen im Unterallgäu bereits mit Hochdruck an einer "Jagdbomberdrohne". Das mit Künstlicher Intelligenz gesteuerte autonome Fluggerät mit einem Gewicht von drei bis fünf Tonnen soll 2027 zum Erstflug abheben, wie Gammel versprach.

Die Dimension der Pläne in Hallbergmoos ist vergleichsweise bescheiden, markiert aber einen wichtigen Schritt für die bayerische Rüstungsindustrie. Die Fabrik soll nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch die technologische Kompetenz der Region stärken.

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