TU Dresden startet fliegendes Testlabor für nachhaltige Luftfahrtantriebe in Kamenz
Fliegendes Testlabor der TU Dresden erforscht Luftfahrtantriebe

Fliegendes Labor der TU Dresden erforscht Zukunft der Luftfahrt

In Kamenz wird die Luftfahrtforschung künftig buchstäblich neue Höhen erreichen. Die Technische Universität Dresden setzt ein spezielles Forschungsflugzeug als fliegendes Testlabor ein, um innovative Antriebssysteme für die nachhaltige Luftfahrt zu entwickeln und zu erproben. Das Projekt zielt darauf ab, die entscheidende Lücke zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung zu schließen.

Fossilfreie Antriebssysteme im Praxistest

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen verschiedene fossilfreie Antriebskonzepte, die unter identischen Flugbedingungen getestet und miteinander verglichen werden sollen. Dazu gehören elektrische Antriebe, wasserstoffbasierte Systeme sowie hybride Lösungen. „Mit dem Forschungsflugzeug schließen wir die entscheidende Lücke zwischen Theorie und praktischer Anwendung“, betonte Maik Gude, Direktor des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK).

Die Wissenschaftler erhalten damit die einmalige Möglichkeit, nicht nur einzelne Triebwerke, sondern die ganzheitliche Integration von Antriebssystemen in das Flugzeug zu untersuchen. Dabei können leichte Tanksysteme und komplexe Strukturkomponenten unter den dynamischen Belastungen des realen Flugbetriebs getestet werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Modulare Testplattform mit europäischer Förderung

Als Testplattform dient eine „Diamond Aircraft DA62 MPP“, ein zweimotoriges Spezialflugzeug für Forschungs- und Vermessungsmissionen. Dieses Flugzeug zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Effizienz und Modularität aus. Dank seiner sparsamen Jet-A1-Kolbentriebwerke erreicht es eine Flugdauer von bis zu zehn Stunden bei gleichzeitig minimalen Betriebs- und Wartungskosten.

Das Projekt wird überwiegend aus europäischen Mitteln des sogenannten Just Transition Fonds finanziert, mit dem gezielt zukunftsweisende Konzepte gefördert werden. Die Kosten für das Forschungsflugzeug belaufen sich auf rund drei Millionen Euro, während die gesamte EU-Förderung etwa 4,6 Millionen Euro beträgt. Weitere Investitionen sind für Wasserstoff-Flugmotoren, Infrastruktur und moderne Sensorik geplant.

Impuls für die ostdeutsche Luftfahrtforschung

Das fliegende Testlabor ist Teil der neu gegründeten Wissenschafts- und Wirtschaftsplattform „OST4Aviation“, die den Aufbau einer leistungsfähigen Luftfahrtforschungsregion in Ostdeutschland vorantreibt. Für Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) stellt das Projekt einen „weiteren wichtigen Baustein für einen gelingenden Strukturwandel“ in Ostsachsen dar.

Am Standort Kamenz soll künftig eine eigene Tankstelle für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) und Wasserstoff zur Verfügung stehen. Das Forschungsflugzeug wird über das von der EU geförderte Projekt „FoFlu“ betrieben und soll dazu beitragen, Technologien aus dem Labor für die praktische Anwendung in der Luftfahrtindustrie weiterzuentwickeln.

An dem ambitionierten Vorhaben sind neben dem Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) auch das Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR) der Technischen Universität Dresden beteiligt. Die gewonnenen Betriebs- und Leistungsdaten sollen helfen, nachhaltige Luftfahrtantriebe schneller zur Marktreife zu bringen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration