Buckelwal vor Poel überlebt weitere Nacht – Experten sollen Gesundheitszustand nach Ostern prüfen
Der vor der Küste von Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überstanden und zeigt weiterhin Lebenszeichen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) bestätigte am Samstag, dass das Tier regelmäßig atmet und sogar Laute von sich gibt. Der geschwächte Wal liegt weiterhin im flachen Wasser vor der Insel Poel, wo er sich seit mehreren Tagen in einer kritischen Situation befindet.
Gesundheitsprüfung nach den Osterfeiertagen geplant
Umweltminister Backhaus, der sich persönlich vor Ort ein Bild von der Lage machen wollte, kündigte an, dass nach den Ostertagen Fachleute den Gesundheitszustand des Buckelwals noch einmal eingehend begutachten sollen. „Das ist für alle weiteren Planungen von entscheidender Bedeutung“, betonte der Minister. Diese Untersuchung soll klären, ob noch Rettungsmöglichkeiten bestehen oder welche Maßnahmen zum Wohl des Tieres ergriffen werden müssen.
Feuerwehr benetzt verletzte Haut zur Schmerzlinderung
Seit Freitag sind Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz, um die verletzte Haut des Wals regelmäßig mit Wasser zu benetzen. Diese Maßnahme dient dazu, die Schmerzen des Tieres zu lindern und seinen Zustand so erträglich wie möglich zu gestalten. Aufgrund veränderter Windverhältnisse wurden die Sprinkleranlagen nach eingehender Beratung neu positioniert, um eine kontinuierliche Befeuchtung sicherzustellen.
Minister weist Kritik zurück und dankt für Engagement
Umweltminister Backhaus wies erneut Kritik am Umgang mit dem gestrandeten Wal entschieden zurück. „Wir kümmern uns – bis zur letzen Minute“, versicherte er. Die Walwache durch Polizei und andere Mitarbeitende sei sichergestellt, obwohl die Situation für alle Beteiligten physisch und psychisch äußerst belastend sei. Backhaus bedankte sich ausdrücklich für das Engagement und für alle eingereichten Rettungskonzepte, die sorgfältig geprüft würden.
Hintergrund: Mehrfache Strandungen seit Anfang März
Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März bereits viermal festgesetzt. Dreimal war es dem Tier gelungen, wieder freizukommen und weiterzuschwimmen. Zunächst wurde der Wal im Hafen von Wismar gesichtet, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein, bevor er schließlich vor Wismar strandete. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden, nachdem Fachleute und Meeresschützer zu dem Schluss kamen, dass das Tier wahrscheinlich in der Bucht sterben wird.
Klärung von Gerüchten über Sirenenalarm
Zur Vorbeugung von Missverständnissen wies Minister Backhaus darauf hin, dass die in Rostock zu hörenden Sirenen nichts mit dem Wal zu tun haben. Vielmehr handelte es sich um Tests im Rahmen des kommunalen Warntages, bei dem in Rostock und Schwerin Sirenen, Warn-Apps und Stadtinformationstafeln überprüft wurden. Diese Klarstellung soll Gerüchten vorbeugen und die Öffentlichkeit korrekt informieren.



