In Halle arbeiten Forscher daran, menschliches Verhalten mit Licht zu beeinflussen. Die sogenannte Optogenetik nutzt Licht, um Nervenzellen im Gehirn gezielt zu aktivieren oder zu hemmen. Diese Technik könnte eines Tages helfen, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen zu behandeln.
Wie funktioniert Optogenetik?
Bei der Optogenetik werden Gene in Nervenzellen eingeschleust, die lichtempfindliche Proteine produzieren. Durch Lichtimpulse können diese Zellen dann ein- und ausgeschaltet werden. Bisher wurde die Methode vor allem an Tieren getestet, aber die Hallenser Forscher arbeiten an der Übertragung auf den Menschen.
Mögliche Anwendungen
Die Forschung in Halle konzentriert sich auf die Steuerung von Verhaltensweisen. So könnten etwa Ängste reduziert oder das Gedächtnis verbessert werden. Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass noch viele Hürden zu überwinden sind, bevor die Methode am Menschen eingesetzt werden kann.
Ein Team um Professorin Dr. Anna Müller untersucht, wie Licht im Gehirn emotionale Reaktionen verändert. „Wir sehen großes Potenzial, aber auch ethische Fragen“, sagt Müller. Die Technik dürfe nicht missbraucht werden, um Menschen zu manipulieren.
Die Hallenser Forschung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. In den nächsten Jahren sollen weitere Studien folgen, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Optogenetik zu prüfen.



