Sieben Atome im antarktischen Eis: Spur einer fernen Sternexplosion
Sieben Atome im Eis: Spur einer Sternexplosion

Ein wilder Ritt, den wir nicht spüren: Mit 90.000 Kilometern pro Stunde rast unser Sonnensystem durch eine Wolke aus interstellarem Gas und Staub. Seit Zehntausenden Jahren geht das so. Die Wolke ist extrem dünn, aber sie existiert und hinterlässt Spuren auf der Erde: winzige Eisenatome, die unter anderem bei einer längst vergangenen Sternexplosion entstanden sind. Man kann es sich wie Insekten vorstellen, die auf die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos klatschen.

Forschungsergebnisse im Fachmagazin

Im Fachmagazin „Physical Review Letters“ berichten Forscher um den Physiker Dominik Koll vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf über einen bemerkenswerten Fund im Eis der Antarktis. Es geht um sieben Atome einer seltenen, radioaktiven Variante des Elements Eisen. Das Team isolierte sie aus rund 300 Kilogramm eines Bohrkerns, den Forscher im Rahmen des europäischen Epica-Projekts Anfang der 2000er Jahre nahe der deutschen Kohnen-Station aus dem Polareis holten.

Herkunft der Eisenatome

Abgesehen von Atomtests gibt es keinen Weg, wie diese Eisenvariante auf der Erde entstehen könnte. Hätte sie in den Anfangstagen unseres Planeten existiert, wäre sie längst radioaktiv zerfallen. Die Forscher schließen daraus, dass sie aus dem Kosmos zu uns gelangt sein muss. Die sieben Atome sind ein direkter Beweis für die Existenz der interstellaren Wolke, durch die unser Sonnensystem rast.

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Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Wechselwirkungen zwischen unserem Sonnensystem und dem interstellaren Medium. Die Wolke, bekannt als „Lokale interstellare Wolke“, ist etwa 30 Lichtjahre groß und besteht aus dünnem Gas und Staub. Die radioaktiven Eisenatome sind Überreste einer Supernova, die vor Millionen von Jahren stattfand. Sie wurden durch die Wolke transportiert und landeten schließlich auf der Erde, wo sie im Eis konserviert wurden.

Die Forscher betonen, dass die geringe Anzahl von sieben Atomen aus 300 Kilogramm Eis zeigt, wie selten solche interstellaren Partikel sind. Dennoch ermöglicht die Analyse dieser Atome, die Geschichte des Sonnensystems und seine Bewegung durch die Galaxie besser zu verstehen. Die Studie ist ein weiterer Schritt, um die kosmische Umgebung unserer Erde zu erforschen.

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