EU-Parlament will KI-Systeme für Nacktbilder und Deepfakes verbieten
In einem entschlossenen Schritt zum Schutz vor digitaler Gewalt hat das Europäische Parlament in Brüssel mit großer Mehrheit für ein Verbot bestimmter KI-Systeme gestimmt. Konkret sollen sogenannte Nudifier-Systeme, die Künstliche Intelligenz nutzen, um sexuell explizite oder intime Bilder oder Videos zu erstellen oder zu manipulieren, verboten werden. Dies betrifft insbesondere Inhalte, die identifizierbaren realen Personen ähneln, ohne deren ausdrückliche Zustimmung.
Details des geplanten Verbots
Die Abgeordneten sprachen sich dafür aus, KI-Technologien zu untersagen, die in der Lage sind, nicht einvernehmliche Nacktbilder oder Deepfakes zu generieren. Allerdings sollen KI-Systeme, die ihre Nutzer aktiv daran hindern, solche Bilder ohne Einwilligung zu erstellen, von dem Verbot ausgenommen bleiben. Bevor ein solches Verbot jedoch wirksam werden kann, muss zunächst eine Einigung mit den EU-Mitgliedstaaten erzielt werden. Diese hatten sich bereits zuvor für ähnliche Maßnahmen ausgesprochen, was die Chancen auf eine baldige Umsetzung erhöht.
Bereits bestehende EU-Richtlinie zu Cybergewalt
Die Europäische Union hat bereits im Mai 2024 eine Richtlinie verabschiedet, die die nicht einvernehmliche Weitergabe von intimem oder manipuliertem Material – einschließlich Deepfakes – als strafbare Form von Cybergewalt einordnet. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, diese Vorschriften bis Mitte Juni 2027 in nationales Recht umzusetzen. Diese frühere Regelung bildet eine wichtige Grundlage für das nun geplante Verbot und unterstreicht die Dringlichkeit des Themas.
Nationale Initiativen in Deutschland
Parallel zu den europäischen Bestrebungen arbeitet die Bundesregierung seit einiger Zeit an einer Änderung im Strafgesetzbuch, um digitale Gewalt effektiver zu bekämpfen. Geplant ist unter anderem, die unerlaubte Herstellung und Verbreitung von Nacktbildern sowie von KI-manipuliertem Material, sogenannten Deepfakes, unter Strafe zu stellen. Diese nationalen Maßnahmen sollen die EU-Vorgaben ergänzen und einen umfassenden Schutz vor digitalen Übergriffen gewährleisten.
Insgesamt zeigt die Initiative des EU-Parlaments, dass der Kampf gegen digitale Gewalt und die Missbrauchsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz zunehmend in den Fokus rücken. Mit dem geplanten Verbot und den bereits bestehenden Richtlinien sollen Opfer besser geschützt und Täter konsequent zur Verantwortung gezogen werden.



