Sebastian Fitzek fordert harte Strafen für KI-Firmen wegen Deepfake-Pornos
Fitzek: Harte Strafen für KI-Firmen wegen Deepfake-Pornos

Bestseller-Autor warnt vor KI-Waffen: Fitzek fordert harte Strafen für Unternehmen

Der bekannte Berliner Schriftsteller Sebastian Fitzek (54) hat sich in einem emotionalen Appell gegen digitale Gewalt ausgesprochen und fordert drastische Konsequenzen für KI-Unternehmen, die Tools für pornografische Deepfakes bereitstellen. Der Autor bezeichnet diese Technologien als „Waffen“ und verlangt, dass verantwortliche Firmen mit existenzbedrohenden Strafen belegt werden müssen.

„Waffen für virtuelle Verbrechen“

In einem ausführlichen Instagram-Beitrag präzisierte Fitzek seine Forderungen: „Nicht nur das Erstellen, Konsumieren und Verbreiten virtueller Vergewaltigungen muss strafbewehrt sein“, schrieb der Autor. Sein Hauptkritikpunkt richtet sich gegen Konzerne, die KI-Software allgemein zugänglich machen. „Auch das Zurverfügungstellen der Waffen, mit denen Frauen diese Verbrechen angetan werden: die Firma, die die KI für jedermann in den Vertrieb bringt, die pornografische Fakes überhaupt erst möglich macht, sollte mit derart empfindlichen Strafen belegt sein, dass es ihr das wirtschaftliche Fundament wegreißt“, führte Fitzek weiter aus.

Die Technologie funktioniert dabei auf besonders perfide Weise: Gesichter von Frauen werden in existierende Porno-Videos montiert, ihre Stimmen digital imitiert. Das Ergebnis sind täuschend echte Aufnahmen von Handlungen, die in der Realität niemals stattgefunden haben.

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Stilllegung von Plattformen gefordert

Fitzek geht in seinen Forderungen noch weiter: „Plattformen, die keine Schutzmechanismen einbauen, sollten so lange stillgelegt werden, bis sie es tun.“ Auch Suchmaschinen, die „digitale Verbrechen kinderleicht finden lassen“, sollten seiner Ansicht nach mit Schadenersatzforderungen konfrontiert werden. Die aktuelle Rechtslage bezeichnete der 54-Jährige im Hinblick auf pornografische Deepfakes als „grottig“ und dringend reformbedürftig.

Politische Reaktionen und geplante Gesetzesänderungen

Die Politik zeigt sich aufgeschlossen für die Anliegen: Bereits im aktuellen Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, das Cyber-Strafrecht grundlegend zu reformieren und bestehende Strafbarkeitslücken zu schließen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte an, noch im Frühjahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen.

Der Entwurf für ein digitales Gewaltschutzgesetz sei fertiggestellt und stehe kurz vor der finalen Abstimmung, so Hubig in einem von ihrem Ministerium veröffentlichten Instagram-Video am vergangenen Freitag. Geplant ist insbesondere:

  • Das Herstellen pornografischer Deepfakes unter Strafe zu stellen
  • Das Verbreiten solcher Inhalte zu ahnden
  • Betroffenen die Möglichkeit zu geben, entsprechende Accounts sperren zu lassen

Hintergrund der aktuellen Debatte

Die aktuelle Diskussion wurde durch schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, ausgelöst. Über den Fall hatte zunächst der „Spiegel“ berichtet.

Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte daraufhin rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.

Die Debatte um digitale Gewalt und die Verantwortung von Technologieunternehmen gewinnt durch diese Vorfälle zusätzlich an Dringlichkeit. Fitzeks Forderungen nach härteren Strafen für KI-Firmen finden dabei zunehmend Gehör in politischen Kreisen und der Öffentlichkeit.

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