OpenAI stoppt Sex-Chatbot nach internem Widerstand und technischen Problemen
OpenAI hat sein ambitioniertes Projekt für einen Chatbot mit erotischen Inhalten für Erwachsene überraschend gestoppt. Das Vorhaben, das unter dem internen Codenamen „Citron Mode“ lief und ursprünglich im Frühjahr 2026 starten sollte, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit reagiert das Unternehmen offenbar auf wachsende Bedenken rund um KI-Angebote mit sexualisierten Inhalten.
Interner Ärger und Investorenkritik
Wie die Financial Times berichtet, gab es deutlichen Widerstand aus mehreren Richtungen. Neben Sorgen von Investoren soll es auch intern erhebliche Kritik gegeben haben. Ein leitender Mitarbeiter legte seinen Job dem Bericht zufolge sogar wegen der Pläne nieder. Gegenüber der Zeitung sagte er, KI solle weder Freunde noch Familie ersetzen und menschliche Beziehungen nicht schwächen.
Die genauen Gründe für den Stopp nannte OpenAI zwar nicht öffentlich, doch die Berichte deuten auf ein ganzes Bündel von Problemen hin:
- Interner Widerstand von Mitarbeitern
- Bedenken wichtiger Investoren
- Ethische Fragen zur Rolle von KI in menschlichen Beziehungen
Technische Hürden bei Altersprüfung und Inhaltskontrolle
Laut dem Wall Street Journal kamen zu den ethischen Bedenken noch erhebliche technische Schwierigkeiten hinzu. Das geplante Verfahren zur Altersprüfung soll eine sehr hohe Fehlerquote gehabt haben. Noch problematischer war offenbar die Inhaltskontrolle: OpenAI gelang es dem Bericht zufolge nicht zuverlässig, nur legale pornografische Inhalte zuzulassen. Illegale Themen wie Gewalt und Inzest ließen sich nicht sicher ausschließen.
Strategische Neuausrichtung des Unternehmens
Der Stopp des Sex-Chatbot-Projekts passt zu einer größeren strategischen Neuausrichtung bei OpenAI. Erst Ende März 2026 beendete das Unternehmen überraschend das viel beachtete Video-KI-Projekt Sora. Gleichzeitig erklärte der Konzern, ChatGPT künftig viel stärker zu einem umfassenden Werkzeug für Produktivität machen zu wollen.
Ein heikler Vorstoß in den Erotik-Markt scheint zu diesem neuen Kurs nicht zu passen. Während andere Unternehmen wie Elon Musks KI-Dienste das Thema Erotik als Geschäftsfeld entdeckt haben, zieht sich OpenAI vorerst aus diesem Bereich zurück. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen auf weniger kontroverse Anwendungen seiner KI-Technologie.
Die Entscheidung zeigt, wie sensibel die Entwicklung von KI für Erwachseneninhalte ist. Neben den technischen Herausforderungen bei Altersverifikation und Inhaltsfilterung müssen Unternehmen auch ethische Fragen und interne Widerstände berücksichtigen. Für OpenAI bedeutet dies zunächst ein Einfrieren des Projekts, während die Zukunft von „Citron Mode“ ungewiss bleibt.



