NASA verstärkt Testphase für leises Überschallflugzeug X-59
Die US-Raumfahrtbehörde NASA plant, ihr innovatives Überschallflugzeug „X-59“ in den kommenden Monaten deutlich häufiger zu testen. Nachdem der Jet im Oktober 2025 seinen ersten erfolgreichen Testflug absolvierte, folgten nun zwei weitere Flüge in kurzer Abfolge. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt in der Erprobung der Technologie, die Überschallflüge ohne den charakteristischen lauten Knall ermöglichen soll.
Beschleunigter Testrhythmus unter neuer Leitung
NASA-Chef Jared Isaacman kündigte an, dass die Testflüge in einen regelmäßigeren Rhythmus übergehen werden. „Wir kommen wieder in einen Testflug-Rhythmus“, erklärte Isaacman, der bereits für das Mondprogramm „Artemis“ eine engere Taktung der Flüge angeordnet hatte. Die nächsten Testflüge seien bereits konkret geplant und sollen die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Flugzeugs weiter unter Beweis stellen.
Das Überschallflugzeug „X-59“ wurde Anfang 2024 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der NASA und dem Rüstungskonzern Lockheed Martin. Mit einer Länge von etwa 30 Metern und einer Flügelspanne von rund zehn Metern stellt der Jet das Herzstück der NASA-Mission „Quesst“ (Quiet SuperSonic Technology) dar.
Revolutionäre Technologie für leisen Überschallflug
Das Besondere am „X-59“ ist seine Fähigkeit, die Schallmauer zu durchbrechen, ohne den typischen lauten Überschallknall zu erzeugen. Stattdessen soll das Flugzeug nur ein Geräusch verursachen, das vergleichbar mit dem Zuschlagen einer Autotür ist. Diese Technologie könnte den Weg für eine Wiederbelebung des Überschallflugverkehrs ebnen, der seit der Einstellung der Concorde im Jahr 2003 praktisch zum Erliegen gekommen ist.
Für die Entwicklung des Fliegers hat Lockheed Martin etwa 250 Millionen Dollar von der NASA erhalten. Die Investition unterstreicht das hohe Interesse an einer Technologie, die nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Umweltverträglichkeit und Akzeptanz von Überschallflügen verbessern soll.
Historischer Kontext und zukünftige Perspektiven
Reguläre Überschallflüge gab es zuletzt vor rund 20 Jahren mit der legendären Concorde, die zwischen Paris, London und New York verkehrte. Nach einem tragischen Unglück in Paris im Jahr 2000 mit mehr als 100 Toten und aufgrund hoher Verluste wurde der Betrieb 2003 eingestellt. Seither arbeiten verschiedene Unternehmen an einer Rückkehr der Überschall-Jets.
Neben NASA und Lockheed Martin sind auch andere Akteure wie die US-Firma Boom Supersonic aktiv, deren Testmaschine kürzlich die Schallgeschwindigkeit übertraf. Die intensivierten Testflüge der NASA mit dem „X-59“ signalisieren nun einen bedeutenden Fortschritt in diesem Wettlauf um die nächste Generation der Überschallflugzeuge.



