Spritpreisrekorde: Warum ein E-Auto nicht immer die günstigste Wahl ist
E-Auto vs. Benziner: Wann sich der Umstieg wirklich lohnt

Spritpreis-Schock: Lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto wirklich?

Die Spritpreise in Deutschland erreichen immer neue Höchststände, was viele Autofahrer zur Frage veranlasst, ob ein Elektroauto die bessere Alternative darstellt. Der ADAC meldete am 6. April 2026 Durchschnittspreise von 2,169 Euro für Super E10 und 2,421 Euro für Diesel. Diese Entwicklung führt zu einer intensiven Debatte über die Wirtschaftlichkeit von E-Autos. Die Antwort ist jedoch nicht pauschal, sondern hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere der Herkunft des Stroms.

Kostenvergleich: Benziner versus Elektroauto

Für eine einfache Beispielrechnung nehmen wir einen Benziner mit einem Verbrauch von 6,5 Litern Super E10 auf 100 Kilometer. Bei einem Preis von 2,169 Euro pro Liter ergeben sich Kosten von 14,10 Euro pro 100 Kilometer. Beim Elektroauto liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 18 kWh pro 100 Kilometer. Die Stromkosten variieren jedoch erheblich, besonders beim öffentlichen Laden. IONITY verlangt aktuell 69 Cent pro kWh, während Aral pulse beim DC-Laden über 50 kW sogar 79 Cent pro kWh kostet, wenn spontan ohne günstigen Tarif geladen wird.

Damit belaufen sich die Kosten für das E-Auto ohne weitere Verluste auf 12,42 Euro pro 100 Kilometer bei IONITY und 14,22 Euro bei Aral pulse. Hinzu kommen potenzielle Ladverluste, die die Kosten auf 13 bis mehr als 16 Euro pro 100 Kilometer erhöhen können. Der ADAC weist in einer Studie darauf hin, dass die höheren Stromkosten beim öffentlichen DC-Laden oft nicht durch Effizienzvorteile ausgeglichen werden. Wer also häufig an teuren Schnellladern lädt, fährt teilweise fast so teuer wie mit Benzin oder sogar teurer.

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Vorteile beim Laden zuhause

Ganz anders stellt sich die Situation beim Laden zuhause dar. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt laut Verivox aktuell bei 31,24 Cent pro kWh. In diesem Fall kostet das E-Auto rechnerisch nur 5,62 Euro pro 100 Kilometer. Selbst mit typischen Ladeverlusten an der Wallbox bleiben die Kosten bei etwa 5,90 bis 6,19 Euro pro 100 Kilometer, was weniger als die Hälfte der Benzinkosten ausmacht. Sogar die normale Steckdose ist mit Kosten von rund 6,19 bis 7,31 Euro pro 100 Kilometer meist noch günstiger als der Verbrenner, obwohl hier mehr Energie verloren geht.

Solarstrom: Der Game-Changer für Elektroautos

Besonders groß wird der Kostenvorteil mit einer Solaranlage. Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert die Stromgestehungskosten großer PV-Dachanlagen auf 8,4 bis 9,3 Cent pro kWh. Damit sinken die Kosten für das E-Auto auf nur noch etwa 1,76 bis 2,00 Euro pro 100 Kilometer, inklusive typischer Wallbox-Verluste. Im Vergleich zu einem Benziner mit über 14 Euro pro 100 Kilometer ergibt sich ein massiver Unterschied, der die Attraktivität von E-Autos deutlich steigert.

Anschaffungskosten und Förderungen

Seit Anfang 2026 gibt es in Deutschland wieder eine staatliche E-Auto-Prämie, die rückwirkend zum 1. Januar 2026 gilt. Die Bundesregierung spricht von Zuschüssen zwischen 3.000 und 6.000 Euro, gestaffelt nach Einkommen und Kindern. Ein Beispiel aus der Citroën-Preisliste zeigt: Der C3 mit Benzinmotor kostet ab 16.290 Euro, der elektrische ë-C3 ab 20.140 Euro. Der Unterschied von 3.850 Euro kann durch die Förderung stark reduziert oder sogar überkompensiert werden. Mit 6.000 Euro Förderung wäre der elektrische C3 in diesem Beispiel sogar günstiger als der Benziner. Zusätzlich bieten Hersteller wie Dacia eigene Elektroboni an, die unabhängig von der staatlichen Prämie laufen.

Weitere Kostenfaktoren

Bei der Kfz-Steuer bleiben E-Autos im Vorteil, da die Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge verlängert wurde. Bei der Versicherung sieht es jedoch weniger eindeutig aus: Verivox meldet, dass E-Autos Anfang 2026 bei rund der Hälfte der verglichenen Vollkaskotarife teurer waren als vergleichbare Verbrenner. Dies unterstreicht, dass die Gesamtkosten eines E-Autos nicht nur vom Verbrauch abhängen.

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Fazit: Wer zuhause lädt, spart in der Regel deutlich gegenüber einem Benziner. Mit Solarstrom vom eigenen Dach wird der Kostenvorteil besonders groß. Wer jedoch hauptsächlich spontan an teuren Schnellladern lädt, sollte sich nicht täuschen lassen: In diesem Fall kann das Fahren mit Strom fast genauso teuer sein wie das Tanken von Benzin. Die Entscheidung für ein E-Auto sollte daher sorgfältig auf das individuelle Ladeverhalten abgestimmt werden.