Boizenburg eröffnet erste Mitfahrbank am Bahnhof: Mobilitätslücken im Nahverkehr schließen
Erste Mitfahrbank in Boizenburg eröffnet

Boizenburg eröffnet erste Mitfahrbank am Bahnhof: Mobilitätslücken im Nahverkehr schließen

Am Bahnhof Boizenburg/Elbe steht nun die erste Mitfahrbank der Stadt, die offiziell von Bürgermeister Rico Reichelt eröffnet wurde. Gemeinsam mit Denis Recknagel von den Versorgungsbetrieben Elbe, dem städtischen Klimabüro und Ehrenamtlichen der Klimawerkstatt Boizenburg wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Nutzung der Mitfahrbank ist denkbar einfach: Wer auf der Bank Platz nimmt, signalisiert damit Autofahrern, dass er eine Mitfahrgelegenheit sucht.

Einfache Nutzung und klare Regeln

Die Mitnahme ist freiwillig und erfolgt kostenlos. Ob und wohin jemand mitgenommen wird, entscheiden die Fahrer eigenständig und unentgeltlich. Dirk Foitlänger von der Klimawerkstatt erklärt dazu: „Ein Anspruch auf eine Mitnahme besteht nicht, und vermutlich muss man manchmal auch etwas warten.“ Im Falle eines Unfalls greifen die jeweiligen Fahrzeugversicherungen, auch bei selbst verschuldeten Unfällen.

Die Mitfahrbank soll gezielt Lücken im öffentlichen Nahverkehr schließen und die Anbindung zwischen Bahnhof und Stadt erleichtern. Dies ist besonders wichtig, da es in Boizenburg immer wieder zu Zugverspätungen und dadurch verpassten Anschlüssen an die Busse kommt.

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Langjährige Planung und Inspirationen

Die Klimawerkstatt Boizenburg beschäftigt sich seit Langem mit der Frage, wie die Mobilitätssituation vor Ort verbessert werden kann. Brigitta Vacano-Magdanz, die sich ehrenamtlich bei der Klimawerkstatt engagiert, berichtet: „Wir haben uns bei anderen Initiativen informiert und überlegt, was hier in Boizenburg umsetzungsfähig ist.“ Inspirationen fand die Gruppe unter anderem beim Verein Mitfahrverband und in dem Leitfaden für Mitfahrbänke der Technischen Universität Dresden.

Zunächst konzentriert sich das Projekt auf den Standort am Bahnhof. Pavel Reich von der Klimawerkstatt betonte jedoch, dass weitere Bänke in umliegenden Ortsteilen zu einem späteren Zeitpunkt möglich seien.

Unterstützung durch Stadt und Versorgungsbetriebe

Die Stadt Boizenburg stellte die Bank und den Standort bereit. Die Versorgungsbetriebe Elbe finanzierten die Schilder und eine Infotafel zur Nutzung. Für die Kennzeichnung wurde das bundesweit verwendete Symbol „Mitfahr-M“ gewählt. Es orientiert sich an Form und Farbgebung deutscher Verkehrszeichen und soll im Straßenbild gut erkennbar sein, wie Foitlänger erläutert.

Erfolgreiche Tradition im ländlichen Raum

Mitfahrbänke werden seit vielen Jahren vor allem im ländlichen Raum als relativ einfach umzusetzende Maßnahme für mehr Mobilität eingesetzt. Die erste Mitfahrbank wurde bereits 2014 in Speicher im Eifelkreis Bitburg‐Prüm installiert. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die Bänke vor allem dort gut angenommen werden, wo die Nachbarschaftshilfe auch in anderen Zusammenhängen funktioniert und sich viele Einwohner für ein gutes Miteinander einsetzen. Verschiedene Studien zu diesem Thema bestätigen diesen positiven Effekt.

Das Projekt in Boizenburg ist somit ein weiterer Schritt, um die Mobilität vor Ort zu verbessern und den öffentlichen Nahverkehr zu unterstützen. Durch die einfache Handhabung und die klaren Regeln soll die Mitfahrbank zu einem festen Bestandteil des städtischen Lebens werden und die Verbindung zwischen Bahnhof und Stadt nachhaltig stärken.

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