Norwegischer Billig-Anbieter Ryde startet mit E-Scootern in fünf deutschen Städten
Ryde: Norwegische E-Scooter ohne Freischaltgebühr in Deutschland

Skandinavischer E-Scooter-Anbieter erobert deutsche Städte

Ein norwegisches Unternehmen namens Ryde Technology hat seinen Markteintritt in Deutschland vollzogen und bietet nun in fünf deutschen Städten E-Scooter zum Verleih an. Das 2019 in Oslo gegründete Unternehmen, das bisher ausschließlich in Norwegen, Schweden und Finnland aktiv war, expandiert damit erstmals außerhalb Skandinaviens.

Fünf Städte im Fokus der Expansion

Bereits seit März sind in Frankfurt am Main rund 2000 E-Scooter des neuen Anbieters auf den Straßen unterwegs. In Aachen, Hamburg und Köln sind weitere 5000 Roller im Einsatz, sodass insgesamt bereits etwa 7000 Fahrzeuge der Norweger in deutschen Städten verfügbar sind. Ab dem 1. April sollen auch Lübeck und zwei angrenzende Gemeinden mit knapp 700 zusätzlichen Rollern versorgt werden.

„Die Nachfrage in den deutschen Städten ist so groß, dass wir zusätzliche Ladekapazitäten hinzumieten mussten“, erklärt Unternehmenssprecher Peer-Arne Böttcher gegenüber BILD. „Es kommen täglich weitere Fahrzeuge hinzu.“

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Preisvorteil durch Wegfall der Freischaltgebühr

Was Ryde von anderen Anbietern auf dem umkämpften E-Scooter-Markt unterscheidet, ist in erster Linie der Preis. Während bei Konkurrenten typischerweise eine Freischaltgebühr zwischen 0,49 und 1,20 Euro anfällt, entfällt diese bei Ryde komplett.

In Frankfurt kostet die Nutzung lediglich 19 Cent pro Minute. In den anderen vier deutschen Städten liegt der Minutenpreis bei 24 Cent. Zum Vergleich: Bei anderen Anbietern bewegen sich die Minutenpreise meist zwischen 19 und 25 Cent, wobei diese je nach Aktion schwanken können.

Sicherheitsfeatures als Wettbewerbsvorteil

Ryde verspricht sich in Deutschland einen Wettbewerbsvorteil nicht nur durch günstige Preise, sondern auch durch innovative Sicherheitsfeatures. „In Skandinavien sind die Vorgaben für die Bereitstellung von E-Scootern sehr viel strenger“, so Böttcher. „In Deutschland steht die Regulatorik am Anfang, und wir können neue Sicherheitsregeln sofort umsetzen.“

Zu den Sicherheitsfeatures gehört eine automatische Geschwindigkeitsdrosselung, die sekundenschnell aktiviert wird, wenn ein Roller von der Straße auf einen Radweg wechselt. Zudem bietet die Ryde-App zu typischen Partyzeiten einen Fahrtauglichkeitstest an, bei dem Nutzer etwa Linien mit dem Finger nachziehen müssen. Ohne bestandenen Test startet der Roller nicht.

Wachstum und Investitionen

Das Unternehmen mit rund tausend Mitarbeitern plant, bis Jahresende etwa hundert weitere Beschäftigte in Deutschland einzustellen. In den ersten Wochen nach dem Markteintritt nutzten bereits Zehntausende die neuen E-Roller in den deutschen Städten.

Um Ausfälle schnell zu beheben, bietet Ryde an jedem Standort einen Dreischicht-Reparaturdienst an. Das Unternehmen hat Millionenbeträge in die neuen Scooter investiert und rechnet damit, dass sich diese Investitionen schnell amortisieren werden.

Die Expansion des norwegischen Unternehmens zeigt, dass der deutsche E-Scooter-Markt weiterhin attraktiv für neue Anbieter bleibt, insbesondere wenn diese mit innovativen Preismodellen und Sicherheitsfeatures punkten können.

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