Historischer Start: Artemis II bringt Menschen zurück zum Mond
Nach mehr als fünf Jahrzehnten Pause steht die Menschheit erneut vor einem epochalen Moment der Raumfahrtgeschichte. In der heutigen Nacht, genauer um 0:24 Uhr am Donnerstagmorgen, soll die NASA-Mission Artemis II starten und vier Astronauten auf eine zehntägige Reise rund um den Mond schicken. Diese Mission markiert den Beginn einer neuen Ära der bemannten Raumfahrt und bereitet den Weg für zukünftige Mondlandungen.
Die vier Helden der Artemis-II-Mission
An Bord des Orion-Raumschiffs, das von der gewaltigen Space Launch System-Rakete (SLS) ins All befördert wird, befindet sich eine außergewöhnlich erfahrene und diverse Crew:
- Reid Wiseman (50, USA) – Der Kommandant der Mission ist ein erfahrener Navy-Pilot und ehemaliger ISS-Astronaut, der nach dem Krebstod seiner Frau im Jahr 2020 seine beiden inzwischen jugendlichen Töchter alleine großzieht.
- Victor Glover (49, USA) – Als Pilot der Mission wird Glover der erste Afroamerikaner sein, der zu einer Mondmission aufbricht. Der Marine-Veteran ist Vater von vier Töchtern.
- Christina Koch (47, USA) – Die Missionsspezialistin wird als erste Frau den Mond aus nächster Nähe sehen. Sie hält bereits den Rekord für den längsten ununterbrochenen Raumflug einer Frau mit 328 Tagen und hat Forschungsarbeit in der Antarktis geleistet.
- Jeremy Hansen (50, Kanada) – Als weiterer Missionsspezialist wird Hansen der erste Nicht-US-Amerikaner sein, der den Mond umrundet.
Die Ziele der Artemis-II-Mission
Obwohl bei dieser Mission keine Landung auf dem Mond geplant ist – diese ist erst für Artemis IV vorgesehen – stellt Artemis II einen entscheidenden technologischen und menschlichen Meilenstein dar. Die Crew wird während ihres Fluges zahlreiche Systeme testen, Manöver proben und als erste Menschen seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 die sichere Zone der erdnahen Umlaufbahn verlassen.
Besonders spektakulär: Die Mission plant einen Flug bis zu 9.200 Kilometer hinter den Mond – weiter hinaus als jemals zuvor ein Mensch gereist ist. Dieser Rekordflug wird neue Erkenntnisse über die Bedingungen im tiefen Weltraum liefern.
Extreme Herausforderungen für die Astronauten
Das Weltraumabenteuer bedeutet für die vier Astronauten nicht nur historischen Ruhm, sondern auch enorme körperliche und psychische Belastungen:
- Kosmische Strahlung ohne den schützenden Einfluss der Erdatmosphäre
- Schwerelosigkeit, die zu Muskel- und Knochenabbau führt
- Veränderte Flüssigkeitsverteilung im Körper, die zu Druck in Kopf und Augen führen kann
- Belastung von Herz-Kreislauf-System und Immunsystem
- Mögliche Veränderungen der Sehfähigkeit
- Schlafmangel, Enge und Isolation in der Raumkapsel
Spektakuläre Rückkehr zur Erde
Nach Abschluss der Mondumrundung wird das Orion-Raumschiff mit bis zu 40.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eintreten – eine der kritischsten Phasen der gesamten Mission. Die Kapsel soll schließlich mit Hilfe von Fallschirmen vor der Küste Kaliforniens wassern.
Jede gesammelte Datenprobe, jeder getestete Systemparameter und jede medizinische Untersuchung der Astronauten wird wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Mond- und Marsmissionen liefern. Die Welt blickt gespannt auf diesen historischen Start, denn der Erfolg von Artemis II wird maßgeblich bestimmen, wie schnell die NASA ihren nächsten großen Traum verwirklichen kann: die Rückkehr des Menschen zur Mondoberfläche.



