Zweiter Raketenstart von Isar Aerospace: Das sind die Ziele und Erwartungen
Das bayerische Start-up Isar Aerospace aus Ottobrunn startet diesen Mittwochabend erneut seine Rakete vom Weltraumbahnhof Andøya Spaceport in Norwegen. Nach technischen Problemen im Januar und Wetterverzögerungen am Montag ist es nun endlich soweit: Die zweite Testrakete, die 28 Meter lange Spectrum, soll abheben und im Optimalfall bis ins All gelangen. Beim ersten Versuch im März schaffte sie dies zwar nicht, doch der 30 Sekunden lange Flug gilt in der Branche als Erfolg, da Raketenstarts komplexe Tests in der realen Welt erfordern.
Details zum Qualifikationsflug und den Herausforderungen
Eine Sprecherin von Isar Aerospace betont: Natürlich wollen wir so weit wie möglich kommen. Ein großer Erfolg wäre bereits, wenn die Rakete Meilensteine wie MaxQ besteht – den Moment des größten physikalischen Drucks in der Erdatmosphäre. Nach dem kerzengeraden Aufstieg und der Flugbahnausrichtung trennt sich die Rakete in zwei Teile, wobei der vordere Teil mit der Fracht weiter beschleunigt und Satelliten im Orbit entlädt. Diese Fracht stammt von Universitäten und Firmen, die im Rahmen eines Wettbewerbs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewählt wurden.
Der ursprünglich für Januar geplante Start musste aufgrund eines defekten Ventils verschoben werden, ein häufiges Problem bei Raketenstarts. Die kaputten Teile wurden noch im Januar ausgetauscht, aber der Weltraumbahnhof in Norwegen hatte erst jetzt einen freien Termin, da See- und Luftraum gesperrt werden müssen.
Ausblick auf die Zukunft und europäische Bedeutung
Isar Aerospace bereitet bereits weitere Flüge vor: Rakete drei wird gerade fertiggestellt, und die Raketen bis zur Nummer sieben sind in Produktion. Mit einer 40.000 Quadratmeter großen Fabrik in der neuen Firmenzentrale in Vaterstetten will das Unternehmen die Herstellung hochskalieren. Gelingt der Qualifikationsflug, können mit neuen Modellen erste kommerzielle Aufträge erfüllt werden. Die Start-Kapazitäten sind bis 2028 ausverkauft, was die hohe Nachfrage unterstreicht.
Die europäische Raumfahrt hofft auf mehr Souveränität, da europäische Satelliten bisher oft von Elon Musks Space X befördert werden, was Datenzugang erfordert. Im Jahr 2025 gab es in Europa nur acht Raketenstarts, während die USA 198 und der Rest der Welt 124 Starts verzeichneten. CEO Daniel Metzler sagt: Wir haben ein gutes Gefühl. Dieser Flug könnte ein wichtiger Schritt für die europäische Raumfahrt sein.



