Jakarta (Indonesien) – Ein fast drei Meter hoher Geldberg, mehr als eine halbe Milliarde Euro wert, symbolisiert den Erfolg eines großen staatlichen Zugriffs auf illegal genutzte Waldflächen in Indonesien. Am Mittwoch übergab die Taskforce zur Ordnung von Waldgebieten nach indonesischen Medienberichten 10.270.051.886.464 Rupiah (rund 500 Millionen Euro) an die Generalstaatsanwaltschaft. Die Summe setzt sich aus Verwaltungsstrafen im Forstbereich und Steuereinnahmen zusammen.
Illegale Waldnutzung bekämpft
Wie das indonesische Portal Kompas berichtet, wurden der Regierung neben dem Geld mehr als 2,3 Millionen Hektar Land übergeben. Dabei geht es nicht nur um klassische illegale Abholzung, sondern auch um die rechtswidrige Nutzung von Waldgebieten – unter anderem für Ölpalmenplantagen.
Palmöl-Produktion zerstört Urwald
Indonesien und Malaysia erzeugen jährlich etwa 80 Prozent des weltweiten Palmölbedarfs. Für die Plantagen der Monokultur wurden auf den Inseln Sumatra und Borneo bereits Millionen Hektar Urwald gerodet. Der Lebensraum der Orang-Utans, die in freier Natur nur auf diesen beiden Inseln vorkommen, wurde bis auf schmale Streifen vor den Küsten zerstört.
Die Nachfrage nach Palmöl ist weltweit hoch. Zwei Drittel der jährlichen Ausbeute werden von der Lebensmittelindustrie verwendet. Das Billig-Öl ersetzt teure Rohstoffe, zum Beispiel in Schokolade, Eis oder Tiefkühlpizzen. Auch in Kosmetika, Kerzen oder Reinigungsmitteln steckt Palmöl. Der angeblich umweltfreundlichere Biodiesel wird zu einem großen Teil aus Palmöl gewonnen. Dafür wird unter anderem auf Borneo und Sumatra die Umwelt zerstört.
Dieser Erfolg der Taskforce zeigt, dass der Staat gegen die illegale Waldnutzung vorgeht. Der Geldberg ist ein Symbol für die Durchsetzung von Recht und Ordnung im Forstbereich.



