Kühles Frühjahr bremst Honigernte – Imker fürchten Asiatische Hornisse
Kühles Frühjahr bremst Honigernte – Imker in Sorge

Das lange kühle und wechselhafte Frühjahr hat die Honigproduktion in der Region deutlich gebremst. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Bienen erst etwa die Hälfte an Honig produziert als in den Vorjahren“, sagt Doreen Ahrens aus Teterow. Die Imkerin betreut drei Völker auf ihrem Grundstück. Nach ihren Beobachtungen führten Kälte und Regen zu weniger Frühtracht. Immerhin soll es nun endlich etwas wärmer werden.

Zusammenarbeit mit Regionalschule eingestellt

Doreen Ahrens imkert seit vier Jahren. Angefangen hat sie, weil ihr Sohn in der Imker-AG der Schule mitmachte und Bienen zu Hause wollte. Inzwischen hat sich sein Interesse verlagert, sie selbst blieb dabei. „Die Ruhe beim Imkern und das Summen der Bienen hat etwas Beruhigendes“, sagt die Teterowerin. Zudem sei das Hobby ein schöner Ausgleich zum Alltag. Auf ihrem Grundstück hat sie eine kleine Werkstatt eingerichtet und schleudert dort den Honig. Verkauft wird er als „Teterower Stadthonig“, unter anderem in der Tourist-Information.

Die Teterower Imker treffen sich regelmäßig im örtlichen Verein. Dem gehören nach Angaben des Vorstands 30 Mitglieder an, darunter drei Frauen. Bedauert wird das Aus der Imker-AG an der Regionalschule Teterow. „Wir hatten konkrete Pläne, wollten eine Schülerfirma aufbauen und Honig sowie gegossenen Wachs verkaufen“, sagt Vereinsvorsitzender Siegfried Erdmann. Es habe sogar einen Garten gegeben, in dem Bienenvölker standen und gearbeitet wurde. Nach dem Weggang der langjährigen Schulleiterin sei der Vertrag für die AG von der Nachfolgerin gekündigt worden. Inzwischen gebe es eine neue Schulleitung, der Verein habe jedoch noch keinen Kontakt aufgenommen. Aktuell existiert eine Imker-AG nur noch am Gymnasium.

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Invasive Hornisse greift Honigbienen an

Zum Weltbienentag am 20. Mai macht Erdmann zudem auf die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse aufmerksam. In Süddeutschland trete die invasive Art bereits häufig auf. „Es wurden auch Exemplare in Berlin und Hamburg gesichtet“, so Erdmann. Stiche dieser Hornisse gelten als deutlich schmerzhafter als die heimischer Arten. Für Honigbienen ist sie eine besondere Bedrohung. „Wenn diese Hornissen in der Brutzeit sind, attackieren sie die Honigbienenvölker und ernähren sich von ihnen“, erläutert Erdmann. Der Imkerverein will über mögliche Begegnungen informieren und ruft dazu auf, bei Sichtungen die zuständigen Behörden einzubeziehen. Ziel sei es, gemeinsam mit Bevölkerung, Gärtnern, Landwirten und Balkonnutzern Präventionsmaßnahmen zu kennen und im Ernstfall angemessen zu reagieren.

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