Wie gesundheitsschädlich ist das Abwasser der Stadt Halle, wenn es trotz dreier Reinigungsstufen die Kläranlage in Lettin Richtung Saale verlässt? Exakt bekannt ist es noch nicht, dass sich aber neben Krankheitserregern auch Spurenstoffe als Medikamentenreste im Abwasser befinden, weiß man schon. Nun starten die Stadtwerke gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg-Stendal einen Großversuch, diese Mikropartikel wirksam zu eliminieren.
Hintergrund des Projekts
Die Belastung des Abwassers mit Spurenstoffen wie Medikamentenrückständen ist ein wachsendes Problem. Diese Stoffe können selbst in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein, da sie unter anderem das Krebsrisiko erhöhen können. Die Kläranlage Lettin verfügt bereits über drei Reinigungsstufen, doch reichen diese nicht aus, um alle Mikropartikel zu entfernen. Der Großversuch soll nun neue Verfahren testen, um die Wasserqualität zu verbessern.
Ziele des Versuchs
Das Projekt hat mehrere Ziele: Erstens soll die Effektivität verschiedener Reinigungstechniken untersucht werden, zweitens die Kosten und der Energieaufwand bewertet werden. Drittens erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse darüber, wie sich die Spurenstoffe auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit auswirken. Die Stadtwerke Halle betonen, dass die Trinkwasserversorgung derzeit nicht gefährdet sei, aber langfristige Maßnahmen notwendig seien.
Beteiligte Partner
Neben den Stadtwerken Halle ist die Hochschule Magdeburg-Stendal maßgeblich an dem Versuch beteiligt. Die Forscher bringen ihr Know-how in der Abwasserbehandlung und Analytik ein. Auch das Landesamt für Umweltschutz unterstützt das Projekt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in zwei Jahren vorliegen und könnten dann als Grundlage für neue Reinigungsstandards dienen.
Bedeutung für die Region
Der Großversuch in Halle ist deutschlandweit einer der ersten seiner Art. Sollte er erfolgreich sein, könnte er als Modell für andere Kläranlagen dienen. Die Saale als Vorfluter würde von einer verbesserten Reinigung profitieren, da weniger Schadstoffe in den Fluss gelangen. Auch für die Anwohner in Halle und Umgebung wäre dies ein Gewinn, da die Wasserqualität steigt.
Die Stadtwerke informieren die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortschritt des Projekts. Weitere Details sind auf der Webseite der Stadtwerke Halle zu finden. Der Versuch startet offiziell im Juni 2026 und läuft über einen Zeitraum von 24 Monaten.



