Pharaoameisen sind winzig, aber können zur echten Plage werden. Viele Hausbesitzer greifen dann schnell zum Insektenspray – doch das kann die Situation verschlimmern. Experten warnen vor falschen Bekämpfungsmethoden.
Pharaoameise: Ein reiner Hausbewohner
Anders als heimische Ameisenarten lebt die Pharaoameise ausschließlich in Gebäuden. Sie benötigt konstante Wärme, wie sie in beheizten Häusern herrscht. Der Geschäftsführer des Berliner Schädlingsbekämpfungsvereins erklärt: „Pharaoameisen finden Sie nicht im Garten. Sie sind im Haus und brauchen viel Wärme.“ Sie verstecken sich in Wänden, hinter Fußleisten oder unter Böden. Besonders aktiv sind sie im Winter, wenn die Heizung läuft, da die Bedingungen dann ideal sind.
Warum Insektenspray den Befall verstärkt
Wer einzelne Ameisen sieht, will sie schnell loswerden. Doch Sprays oder handelsübliche Köder sind wirkungslos. „Pharaoameisen mit Spritzmitteln oder Baumarktködern zu bekämpfen ist nicht möglich“, so der Experte. Die sichtbaren Tiere sind nur Arbeiterinnen auf Nahrungssuche; das Nest liegt tief im Mauerwerk verborgen. Werden die Arbeiterinnen getötet, reagiert die Kolonie: „Spritzen oder vergiften Sie die Arbeiter, werden mehr produziert.“ Die Königin erhält über Mundsekret die Information, dass weniger Ameisen da sind, und erhöht die Produktion. Im schlimmsten Fall spaltet sich der Verband auf und breitet sich weiter aus.
Komplexe Koloniestruktur erschwert Bekämpfung
Pharaoameisenkolonien bestehen aus vielen Teilnestern mit bis zu 100 Königinnen. Wird ein Bereich gestört, entstehen neue Kolonien an anderer Stelle. Daher scheitern einfache Mittel wie Sprays oder ungeeignete Köder fast immer.
Bekämpfung erfordert Fachwissen
Selbst Profis haben es schwer. „Schädlingsbekämpfer können diese bekämpfen, wenn sie davon Ahnung haben. Ich denke, das können vielleicht 30 Prozent – eher viel weniger.“ Zudem besteht Verwechslungsgefahr mit der Argentinischen Ameise, was eine genaue Bestimmung durch einen Fachmann erfordert. Für Laien ist die Unterscheidung aufgrund der Winzigkeit der Tiere schwierig.
Wer einen Befall vermutet, sollte daher nicht selbst zu Sprays greifen, sondern einen erfahrenen Schädlingsbekämpfer hinzuziehen. Nur so kann die Plage nachhaltig beseitigt werden.



