Sturmtief Nils wütet: Alarmstufe Rot in Frankreich und Spanien, Brückeneinsturz in Portugal
Sturmtief Nils: Alarmstufe Rot, Brücke in Portugal eingestürzt

Sturmtief Nils löst Alarmstufe Rot in Frankreich und Spanien aus

Wegen des heftigen Sturmtiefs »Nils« gilt in Teilen von Frankreich und Spanien die höchste Unwetterwarnstufe Rot. In Frankreich ist ein Mensch ums Leben gekommen, als ein Lastwagen von herunterstürzenden Ästen getroffen wurde. Rund 850.000 Haushalte im Süden des Landes waren am frühen Morgen ohne Strom, wie französische Medien unter Verweis auf den Versorger Enedis berichten. Der französische Wetterdienst Météo France teilte mit, der Sturm sei von seltener Kraft, mit Sturmböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Züge fielen aus, und der Straßenverkehr war stark eingeschränkt.

Spanien: Orkanböen auf Mallorca und Schulschließungen

Auch in Spanien wütete das Sturmtief mit voller Härte. Auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca wurden Orkanböen mit bis zu 150 Kilometern pro Stunde in Berglagen gemessen. In der Region Katalonien, einschließlich Barcelona, lösten die Behörden Alarmstufe Rot wegen extremen Windes aus und schlossen vorsichtshalber die Schulen. Eine Person wurde durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt, und mehrere Bahn- und Straßenverbindungen waren zeitweise durch umgestürzte Bäume blockiert. Über größere Schäden oder weitere Opfer auf Mallorca wurde bislang nichts bekannt.

Portugal: Autobahnbrücke nach Deichbruch teilweise eingestürzt

In Portugal führten die anhaltenden Unwetter zu einem dramatischen Vorfall: Eine Autobahnbrücke ist teilweise eingestürzt. Das Teilstück der Autobahn A1 zwischen Lissabon und Porto brach am Mittwochabend nach einem Deichbruch am Fluss Mondego nahe Coimbra in sich zusammen, wie Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz mitteilte. Glücklicherweise gab es bei diesem Unglück keine Toten oder Verletzten. Der betroffene Abschnitt wurde in beide Richtungen gesperrt, und der Minister schätzte, dass es Wochen dauern wird, bis die Brücke wieder befahrbar ist. Mehr als ein Dutzend Lastwagen wurden eingesetzt, um den Deich provisorisch mit Schotter auszubessern.

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Hintergrund: Klimawandel verschärft Unwetter auf der Iberischen Halbinsel

Die Iberische Halbinsel leidet besonders unter den Auswirkungen des Klimawandels. In den vergangenen Wochen gab es bereits schwere Unwetter, bei denen in Portugal mindestens sieben Menschen ums Leben kamen und Sachschäden in Höhe von mindestens vier Milliarden Euro entstanden. Die Region erlebt zunehmend extreme Hitzewellen im Sommer und häufige Starkregen sowie Überschwemmungen im Herbst und Winter. Die portugiesische Regierung steht wegen ihres Umgangs mit diesen Krisen massiv in der Kritik. Nach dem Rücktritt von Innenministerin Maria Lúcia Amaral muss sich die Regierung von Ministerpräsident Luís Montenegro am Freitag im Parlament den Fragen der Abgeordneten stellen. In dieser Woche drohen erneut starke Regenfälle und Überschwemmungen, was die Lage weiter verschärfen könnte.

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