Verheerender Zyklon »Maila« hinterlässt Spur der Zerstörung im Südpazifik
Ein heftiger Wirbelsturm hat in Papua-Neuguinea ganze Landstriche verwüstet und eine humanitäre Krise ausgelöst. Der Zyklon »Maila«, der zeitweise als Sturm der höchsten Kategorie 5 geführt wurde, hat mindestens elf Menschen das Leben gekostet und Hunderte Familien obdachlos gemacht. Die autonome Region Bougainville wurde besonders schwer getroffen, wo ganze Dörfer von den Naturgewalten dem Erdboden gleichgemacht wurden.
Tragisches Unglück bei nächtlichem Erdrutsch
Acht der elf Todesopfer kamen bei einem besonders tragischen Vorfall ums Leben. In der Nacht zum Donnerstag wurde ein Haus von einem massiven Erdrutsch vollständig unter Schlammmassen begraben, wie die Zeitung »Post Courier« unter Berufung auf lokale Behörden berichtete. Unter den Opfern befanden sich laut Augenzeugenberichten mehrere Kinder sowie zwei schwangere Frauen, die im Schlaf überrascht wurden. Dieses schreckliche Ereignis wurde erst mit deutlicher Verzögerung bekannt, da viele der betroffenen Gebiete extrem abgelegen sind und nur schwer zu erreichen sind.
Infrastruktur komplett zerstört – Versorgungskrise droht
Der Zyklon traf die Küstenregionen mit voller Wucht und hinterließ ein Bild der Verwüstung. Zahlreiche Straßen und Brücken wurden weggespült oder schwer beschädigt, was die Hilfsmaßnahmen erheblich erschwert. Die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln und Trinkwasser ist in vielen Gebieten komplett zusammengebrochen. Als Vorsichtsmaßnahme bleiben die Schulen in der gesamten Region voraussichtlich die ganze Woche geschlossen.
Regierung verspricht Hilfe – logistische Herausforderungen enorm
Ministerpräsident James Marape räumte ein, dass die Kontaktaufnahme zu entlegenen Gemeinden äußerst schwierig sei und Schadensmeldungen nur verzögert eintreffen. »Wir werden sicherstellen, dass wir jeden Ort, jede Insel und jede betroffene Gemeinde erreichen«, versprach der Regierungschef in einer offiziellen Stellungnahme. Marape kündigte persönliche Reisen in die besonders schwer betroffene Provinz Milne Bay im Südosten des Inselstaates an. Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Material für Notunterkünfte wurden bereits organisiert, doch der Transport gestaltet sich aufgrund der zerstörten Infrastruktur äußerst kompliziert.
Internationale Solidarität und weitere betroffene Regionen
Nicht nur Papua-Neuguinea wurde von der Naturgewalt heimgesucht. Auch die östlich gelegenen Salomonen-Inseln erlitten schwere Schäden durch den Zyklon der Kategorie 4, insbesondere in abgelegenen Inselregionen, wo Gebäude und Infrastruktur schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Australien reagierte prompt und kündigte finanzielle Unterstützung für beide Länder an. Außenministerin Penny Wong betonte: »Unser Land steht Schulter an Schulter mit unseren Nachbarstaaten in dieser schwierigen Zeit.«
Der Zyklon »Maila« hatte in den vergangenen Tagen auf seinem Weg durch die Salomonensee mit Böen von fast 300 Kilometern pro Stunde gewütet und sich erst in den letzten Stunden deutlich abgeschwächt. Papua-Neuguinea, das nördlich von Australien im südwestlichen Pazifik liegt und etwa zehn Millionen Einwohner zählt, steht nun vor der gewaltigen Aufgabe des Wiederaufbaus.



