20 Jahre Landesforstanstalt MV: Tradition seit 1516
20 Jahre Landesforstanstalt MV: Tradition seit 1516

In Parchim hat die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern ihren 20. Geburtstag gefeiert, dabei ist die Forstwirtschaft im Land eigentlich erheblich älter. Bereits vor mehr als 500 Jahren, im Jahre 1516, erließ Herzog Heinrich der Friedfertige das erste Waldgesetz und stellte zur Umsetzung dieses Edikts Forstbedienstete ein. Daran erinnerte der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt in seinem Grußwort.

Erste Forstverwaltungen im 17. Jahrhundert

Der Beruf des Forstmeisters tauchte in der Geschichtsschreibung das erste Mal im 30-jährigen Krieg auf, als Mecklenburg in den Jahren 1627 bis 1631 von Eusebius von Wallenstein besetzt war. Bis zu einer hoheitlich eingerichteten Forstverwaltung dauerte es von da an aber noch einige Jahre. Im April 1706 setzte Herzog Friedrich Wilhelm die fürstliche Forst-, Holz-, Jagd- und Wildordnung in Kraft und gründete mit dem Forstkollegium eine Forstbehörde.

Die Gründung der heutigen Landesforstanstalt begann 2005 mit dem Landesforstanstalterrichtungsgesetz. Damals ging es darum, den Wald und die Forstwirtschaft durch die öffentliche Hand einheitlich verwalten zu lassen. Die Idee war nicht unumstritten, denn die Kritiker befürchteten, dass die auf Gewinn ausgerichtete Nutzung des Waldes den Naturschutzgedanken überlagern könnte.

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Zudem hatte man Angst, dass der Wald sozusagen privatisiert würde und das Folgen für die Anzahl der Mitarbeiter haben könnte. Dennoch wurde das Gesetz beschlossen und die Landesforstanstalt ist seit 2006 für die 193.000 Hektar Landeswald zuständig. Dafür sind mehr als 1000 Beschäftigte in 29 Forstämtern tätig. Diese stehen vor besonderen Herausforderungen, sagte auch der Leiter der Landesforstanstalt, Manfred Baum.

Forstwirtschaft ist Generationenprojekt

„Wir bearbeiten heute das, was unsere Vorfahren gepflanzt haben, und was wir heute pflanzen, wird für die Generationen, die nach uns kommen, relevant“, so Baum. Insofern sei die Forstarbeit immer generationsübergreifend zu betrachten. Insgesamt gelte es, die wirtschaftlichen Aspekte des Waldes, beispielsweise der Holzverkauf, mit den gesellschaftlichen und sozialen Merkmalen wie Sport und Erholung zusammenzudenken.

Das sei dank vieler Aufforstungsprojekte und einem reichhaltigen pädagogischen Angebot für Kinder und Erwachsene bereits gut umgesetzt und würde von Schulen, Familien und Unternehmen gerne angenommen. Auch die verschiedenen Veranstaltungen wie Weihnachts- oder Frühlingsmärkte hätten zu einer größeren Bekanntheit der Landesforst beigetragen.

Außerdem spiele der Wald durch die Fotosynthese eine maßgebliche Rolle für die Klimaentwicklung, denn Bäume filtern CO₂ aus der Luft, speichern Kohlenstoff im Holz und Boden und geben Sauerstoff ab. „Die Landesforstanstalt zeigt, dass Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken können“, sagte Backhaus in seinem Grußwort. „Gerade im ländlichen Raum ist der Wald ein wichtiger Motor für Beschäftigung und Zukunftsperspektiven“, führte er aus.

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