Ehemalige LPG-Mitglieder erinnern sich an harte Arbeit und legendäre Touren in Fürstenwerder
LPG-Ehemalige treffen sich nach 36 Jahren in Fürstenwerder

Nach 36 Jahren: LPG-Ehemalige treffen sich in Fürstenwerder

Ein besonderes Wiedersehen fand kürzlich in Fürstenwerder statt: Zwölf ehemalige Mitglieder der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Tierproduktion Komsomol kamen zusammen, um nach 36 Jahren Trennung gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Mit dem Ende der DDR zerfiel auch diese einst bedeutende Genossenschaft, was für viele der Anwesenden einen unfreiwilligen beruflichen Neuanfang bedeutete.

Eine bunte Truppe mit vielfältigen Aufgaben

Die Runde repräsentierte die gesamte Bandbreite der damaligen Tierproduktion. Margret Dobbert, die als Abteilungsleiterin Schweineproduktion tätig war und das Treffen organisierte, betonte: „Wir haben in der Tierproduktion gearbeitet.“ Ursprünglich bestand das Team aus etwa 40 Kollegen, von denen heute leider nicht mehr alle leben können. Am Tisch saßen unter anderem:

  • Monika Schmegner und Steffi Knauft aus dem LPG-Büro
  • Brigitte Bartsch und Karl-Friedrich Mertens, verantwortlich für die Milchkühe im Stall 3
  • Sonja Bartsch aus dem Kuhstall 2
  • Marianne Musial, die Schwerstarbeit im Schweinestall leistete
  • Berthold Schmegner als Traktorist und Futterfahrer
  • Hannelore Uhlig aus der Molkerei

Sogar der letzte LPG-Vorsitzende, Egbert Grahl, war anwesend. Da alle Teilnehmer noch in Fürstenwerder oder der Umgebung wohnen, stand nicht der Werdegang nach der Wende im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Erinnern an vergangene Zeiten.

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Harte Arbeitsbedingungen und besondere Herausforderungen

Die LPG (T) in Fürstenwerder hielt etwa 1000 Schweine und 500 Milchkühe – Zahlen, die laut Margret Dobbert durchaus schwankten. Die Arbeitsbedingungen waren extrem fordernd, besonders für berufstätige Mütter. Ein Arbeitsbeginn um 2:30 Uhr war normal, während gleichzeitig Kinder für Krippe, Kindergarten oder Schule vorbereitet werden mussten. „Das war einfach nur hart“, resümierte Dobbert, die selbst drei Kinder großzog.

Häufige Stromausfälle in der DDR-Zeit stellten zusätzliche Hürden dar. Ohne elektrischen Herd wurde die Zubereitung von Fläschchen oder Frühstück zur echten Herausforderung. Dobbert erinnerte sich dankbar an ihren Gasherd, der in solchen Momenten Gold wert war.

Legendäre Hamsterfahrten und Betriebsfeiern

Neben der harten Arbeit blieben auch schöne Erlebnisse unvergessen. Besonders die sogenannten „Hamsterfahrten“ nach Berlin vor Weihnachten brannten sich ins kollektive Gedächtnis ein. Ein Fahrer kutschierte die LPG-Frauen im W50 mit Kastenaufsatz – der sogar beheizt werden konnte – in die DDR-Hauptstadt. Dort jagten sie nach besonderen Waren, darunter begehrte Apfelsinen.

Ebenso legendär waren die Betriebsfeiern, die unter anderem im Saal des FDGB-Ferienheims in Fiebigershof stattfanden. Bei finanziellen Überschüssen gab es sogar kleine Präsente für die Belegschaft.

Ein neuerlicher Zusammenhalt

Die ehemaligen LPG-Mitglieder sind sich einig: Sie wollen nicht wieder 36 Jahre warten, bis zum nächsten Treffen. Margret Dobbert wünscht sich ein weiteres Zusammentreffen spätestens in zwei Jahren. „Auch wenn man sich in einem Dorf wie Fürstenwerder zwangsläufig über den Weg läuft, soll es regelmäßige Treffen geben“, betonte sie. Das erste Wiedersehen dieser Art seit der Wende hat gezeigt, dass der Zusammenhalt von damals bis heute spürbar ist.

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