Die touristisch und biologisch wertvolle Auenlandschaft in und um Dessau-Roßlau trocknet zunehmend aus. Der Ökologe und Buchautor Ernst Paul Dörfler schlägt Alarm: „Die Lage ist dramatisch.“ Dies betreffe sowohl die Vegetation als auch die Gewässer in der Region.
Ein Hotspot der Artenvielfalt in Gefahr
Unweit des Kornhauses steht Dörfler an der Elbe und blickt über die Dessau-Roßlauer Auen. Die biologische Vielfalt, insbesondere an Vogelarten, sei beneidenswert – ein wahrer Hotspot. Doch dann wird sein Gesicht ernst. Die Trockenheit setzt der Landschaft massiv zu. Die Ursachen sind vielfältig: Klimawandel, veränderte Wasserführung der Elbe und menschliche Eingriffe in den Wasserhaushalt.
Was kann getan werden?
Dörfler fordert ein Umdenken in der Wasserwirtschaft. Nötig seien Maßnahmen zur Renaturierung der Auen, wie die Wiedervernässung von Feuchtgebieten und die Reduzierung von Drainagen. Auch eine naturnahere Gestaltung der Elbufer könne helfen, das Wasser in der Landschaft zu halten. „Wir müssen der Natur wieder mehr Raum geben“, betont der Experte.
Die Situation sei nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt bedrohlich, sondern auch für den Tourismus in der Region. Die Auen sind ein wichtiges Naherholungsgebiet für Einheimische und Besucher. Ohne Gegenmaßnahmen drohe ein dauerhafter Verlust dieser einzigartigen Landschaft.
Der Ökologe appelliert an Politik und Verwaltung, schnell zu handeln. „Es ist noch nicht zu spät, aber die Zeit drängt“, so Dörfler abschließend.



